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neu Zeiten und Gestalten zu. Das Volk, was sie um-gab, war heiter, lebenslustig und gcnußliebend, dem Ge-sänge hold und in seinem ganzen Sinne und Wesen dieNachwirkungen früherer Bildung beurkundend. So ge-schah es, daß Dichtkunst, das Kind des Frohmuthes undfrcyer Selbstbetrachtuug, zur Hof- und Nittersttte wurdeund den Namen der Provenze mit reichem Strahlenglanzeumgeben auf die Nachwelt brachte. Diese Dichtkunstbestand, ohne schulartige Gesetzgebung, in einfachem Er-gnßc des Gefühls, in Auffassung und Ausdruck der Naturund eines genußvollen Lebens; sie bewegte sich im Kreisezarter Liebe und kriegerischer Mannhaftigkeit, feierte dieSchönheit und Tugend der Frauen und die fromme Kühn-heit und Heldcngefahren der Männer. Fehden der, auchwohl in mystischer Hülle verschleierten Liebe und des gei-stigen Ruhms wurden in dichterischen Wettstreiten vorGerichtshöfen der Großen und schöner Frauen verhandelt;dem leichten Spiele der Einbildungskraft, oft durch Alle-gorie mit einem Scheine dcr Wißenschaftlichkeit angethan,mischte sich höfischer Ernst uud äusserer Prunk bey. Ge-lehrte Vorrichtung und zünftige Schulbildung waren zurTheilnahme an diesem naturfreycn Kunstleben nicht erfor-derlich ; die wenigsten der als geistreiche Sänger berühm-ten Ritter konnten lesen oder schreiben; wenn sich gleichauch Dichter von gelehrter Bildung als Troubadours aufden Burgen einfanden, so ist doch die Einführung einesgelehrten Kunststyles in provenzalischen Dichtwerkenweit jünger, als ihre mit dem zwölften Jahrhundertebeginnende Blüthezeit; der epische Anflug darin weisetauf spanischen Ursprung zurück. Dem Stoffe der proven-zalischen Dichtkunst gebrach es nicht an Mannigfaltig-keit; Natur-und Frauen-Schönheit, zärtliche Wünsche,