Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
41
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Md einigen biblischen und kirchlichen Aufsätzen, und Wil-lcram, Abt zu Ebersberg ist. aoL5j, als er noch Mönchzu Fulda (vor icisigj war, vom hohen Licdc verfertigthaben; beide arbeiteten nach der Vulgata (für deren Kri-tik sie benutzt werden können), schrieben in fränkischerMundart, und fügten kurze Anmerkungen bey; beide sindim -n Theilc deö Schilter'schen Thesaurus abgedrucktund vom crsicren hgt Docen eine trefflich bereicherte ver-jüngte Umarbeitung nachgewiesen. Doch ohne unserenHauptgesichtspunct aufzugeben, dürfen wir bey diesenWerken nicht verweilen; ungleich wichtiger für denselbensind Otfrid, das (sied zur Feier des Sieges über dieNormannen, und der Lobgesang auf den heiligen Anno;und von ihnen soll jetzt ausreichender Bericht erstattetwerden.

Otfrid, Bcncdictiner im Kloster Weissenbnrg (lebtezwischen lZsio und 870) und Borsteher der Schule dessel-ben, gebildet von Hrabanns Maurus in Fulda, um-schrieb die evangelische Geschichte in kurzen gereimtenZeilen der frankischen Mundart. Er wurde zu dieser,nach eigener Versicherung, äußerst mühsamen Arbeit durchdie Aussodcrung angesehener Laien veranlaßt, welche dieanstößigen Wynelicder durch etwas christliches in derLandessprache verdrängt zu sehen wünschten. Das Ver-dienst dichterischer Kunst konnte bey einem Stoffe derArt nur sehr gering seyn; doch sind einige einfach-häusliche Ausschmückungen und herzlich - eindringlicheSittcnsprüche cingcflochten, welche das Gepräge derVolks - Eigenthümlichkeit tragen. Der Sprache Wohl-klang vcrrath den beharrlichsten Fleiß und wird bey Vcr-gleichung mit Werken, welche volle zwey Jahrhundertejünger sind, nur um so höher gewürdigt werden. Das