Ueberbleibseln lateinischer Siegesgesänge der Franken auödem siebenten und neunten Jahrhunderte durchscheinen,weisen auf uralten Ursprung zurück. Die rein teutscheLebensfarbe in dem Walther's von Aquitanien Thatenbeschreibenden lateinischen Heldengedichte laßt die Ver-arbeitung cigenthümlich - tentschen epischen Stoffes fastnicht bezweifeln; und das von den Gebrüdern Grimm(Cassel 181Z) bekannt gemachte, der Sprache nach späte-stens dem Anfange des neunten Jahrhunderts ungehörigeBruchstück über Hildebrand's und Hadubrand's Nittcr-fahrtcn, bezeichnet unverkennbar den Heldenkreis, inwelchem sich die vollendeteren Kunstwerke des dreizehn-ten Jahrhunderts bewegen, und greifet mit seiner Ein-fachheit in des Stoffes und der Sprache Gestaltung sicherin die Zeit ein, welche diese epische Volksgebildc in dassich regende Kuustleben eintreten sah. Seit dem von den,damit schon ihren steigenden Macht-Einfluß bethätigen-dcn Ständen zu Verdun 84Z getroffenen Abkommen zwi-schen den sich befehdenden Carolingern nahm das freyeSelbstgefühl der Edleren und Kräftigeren des Volkesmerklich zu. Es darf uns in dieser, durch unzweideu-tige Erfolge genügend gerechtfertigten Annahme die ge-schichtliche Verschleyerung, hinter welcher der fortstre-bende vaterländische Kunstgcist geahndet wird, nicht irremachen; denn er stehet mit kirchliches Betriebsamkeit undin Thatsachen beurkundeter Absichrlichkcit im Gegensatze;und nur von kirchlichen Arbeiten sind Nachrichten erhal-ten. Der bcy weitem größere Theil derselben bestehet inPredigten, Beichtformeln, Uebcrsetznugcn und Umschrei-bungen biblischer Bücher, Glossen dazu, und Glossarien,unter welchen die des in der ersten Hälfte des neuntenJahrhunderts berühmten und um gelehrte Schulbildung
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