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wechselnden Lebensverhältnissen; so in der Genügsamkeitkräftiger Unschuld, so im Fortschreiten zu höherer undreicherer gesellschaftlicher Ausbildung. So blieb es, alsbey ihm, wie bey allen neueren Völkern, ein Theil derGenossenschaft vorwaltend, leitend, mehr geltend wurde;als aus gleicher Freyheit des Familienlebens der Adeluaturgemas sich erhob; als mit ansgcbreitetcrem Verkehrund wachsendem gesellschaftlichen Bedürfniße vielvermö-gender Gewerb - und Handelsssand, und als bey steigen-der Bildung Künstler und Gelehrte Dascyu und Wirksam-keit erlangten. Der Kreis, in welchem sich das geistigeLeben bewegte, Gemüth und Einbildungskraft ihre Nah-rung fanden, mußte, nach verschiedenartiger Beschaffen-heit des gesellschaftlichen Zustandes, Anfangs enger be-schrankt und einseitig seyn; dann wurde er erweitert undgewann an Mannigfaltigkeit; auch zeigten sich wohlKampfe und Trennungen in ihm. Bald gestalteten ihnHeldensagen und blutige Schlacht-Erinnerungen, baldschlichte Ereignisse und Anschauungen des bürgerlichenLebens; bald war er in den engeren Gränzcn der Fami-lien-Eigentümlichkeit abgeschlossen, bald umfaßte er diegroßen Angelegenheiten des öffentlichen Lebens; auch vie-les fremde nahm er auf und es wetteiferten Adel und Bür-ger, Gelehrte und Ungelehrte in Einführung desselben undin seiner Verschmelzung mit dem Heimathlichen.
Dabey blieb und stieg das Volk in Achtung undnahm freyen Theil am geistigen Leben und Streben, bisin die Mitte des sechözehnten Jahrhunderts. Nun erstbegann in trauriger Allgemeinheit, Hintansetzung undVerwahrlosung des Volkes und vielseitiger Aristokratis-mus nahm überhand; Fürsten, Adel, Reiche, Krieger,Gelehrte und Geschäftsmänner überließen sich selbstsüch-