Unsere Verfassungen sollen sich nmstalten nach denrechtmäßigen Federungen des durch frommen Glaubenund gottergebenes Selbstgefühl geläuterten Zeitgeistes;die in äusserer Trennung sich entfremdeten Stämme sollenzu dem, was Liebe giebt und Stärke, zu innerer Ein-heit erwachsen; des Volkes Streben nach sittlicher Mün-digkeit soll Achtung und Pflege finden. Dafür bürget dielaute Stimmung unseres Geschlechts; dafür die Sehn-sucht der Greise, der Feucrmuth der Jünglinge, dieNachgiebigkeit der Mächtigen, die Zaghaftigkeit derSelbstsüchtigen, die Beharrlichkeit des teutschen Sinnes.Schon kündiget sich jugendliche Regsamkeit im teutschenVolksleben an; heilige Scheu für Volksrecht und Gemein-wohl waltet in allen Kreisen des öffentlichen Lebens vorund frevelhafte Verletzung derselben bleibt nicht unbemerktund ungeahndet; keine drückende Beschränkung hindertGerechtigkeit und Wahrheit, sich auszusprechen; derMenschen Thun und Lassen in Beziehung auf gesellschaft-liches Wohl und Wehe wird mit strenger Unbefangenheitgewürdigt.
Am trcucsten und kräftigsten spiegelt sich die neueteutsche Zeit in der öffentlichen Erziehung ab; darumsucht sie die menschlichen Kräfte von innen heraus, natur-gemäs und ohne Zwang zu entwickeln; darum pflanzet sieLiebe, Glauben, Hofnung in das kindliche Herz und siewurzeln und wachsen mit dem reifenden Sclbstbcwußt-
scyn; darum werden Frommheit und Rechtlichkeit, De-muth und Hochherzigkeit, Treue und Eintracht angebautin denKrcisen der Kleinen, damit das Alter cinBcyspicl,die Zukunft eine Hofnung habe; darum wird Bildung desKörpers und Geistes in lange versäumtes Gleichgewichtgebracht. So ist als frohes Zeuginß für die neue Ord-