Hos. IZ, 2. vom Küssen der Kälber die Redeist, so denke ich, daß man aus der Ferne nach derWeise der Götzendiener ihnen die Küsse zugewor-fen habe, wie die Sonnenverehrer nach Hiob zi,27. derselben thatcn. Daß übrigens dis wahrlicheine Vo rstellu n g der Gottheit seyn sollen,wie ich oben behauptet, und eine Glcichniß dersel-ben , weil doch kein Bild möglich ist, erhellt ausden Worten des Königs, 1 Kön. 12,28. Siehe,das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ae-gyptenland geführet haben. Welches eben dieAusdrücke sind, die aus dem Munde jener Israe-liten gingen, welche das göldne Kalb anbethcten,und ihm opferten, 2 Mos. Z2, 4. Denn selbst diesewollten keine Götzendiener, oder auch Bildcrvcr-ehrer scyn, und doch waren sie beydes nach derErklärung Gottes, der es für baarc Abgötterei)ansah. Also ist Gott der Weise, der Heilige,der authentische Erklärer des ersten und zwc Il-ten Geboths, die er von Sinai gegeben hat. —Ierobcam wollte gewiß nicht, daß man glaubensollte, die Kälber wären die Gottheit selbst,nein, sie sollten die Menschen nur daran erinnern.Ja er wollte noch gar sehr aufgeklärt thun, indemer ihnen sagte, Salomo hätte den Geist des Volks
in
Kälber küssen. Vergl. die hebr. Phrase Ies. 2?,
i?. — Vom Menschenopfern ist gar nicht die Rede.