IX.
Gcdcmken über die Absicht der *) Versuchung
Abrahams, i Mos. 22. Cup.
^§ch muß aufrichtig gestehen, daß von jeher, seit- idem ich mich mit Denken abgab, mir diese Ge-schichte die schwierigste im A. T. schien, um sievöllig mit der Weisheit und Güte Gottes zu ver-einigen , und den Zweiflern an der Offcnbahrungzu antworten. Nach dem gemeinen Begriff,daß das Ganze nichts anders als eine Glau-bens- und Gehorsamsprobe gewesen sey,schien mir das vollkommen unmöglich, und dieSache dem heiligen Gott fast unanständig. Wannich aber erwog, daß es doch noch möglich seynkönnte, und dabey fand, daß die Bibel EinGanzes ausmache, und man immer Schrift mitSchrift vergleichen solle; wenn ich endlich hoffte,daß auch mir Hey diesem Stück Gott das Vcrständ-
niß
W.W ich bicr sage, gab ich scbon vor 17 Jabren ein-mal hin. Da aber das Stück, worin es steht, ver-griffen , und wenigen meiner Leser bekannt ist —weilsiuic für Gelehrte war — so gebe ichs hier von neuem,tbcils abgekürzt, theilö mit Zusätzen und Bestätigun-gen, die ich seither fand. Denn ich freue mich immer,wenn jemand vor mir schon so wie ich gedacht hat,weil bis mir die subjektive Wahrheit bestätiget.
'*) So ist z. B. Dan. 7, 25. Lop. 12,7. ein Rätklel,das Osscnb. 12, 14. wiederholt, und künstig erst gelö-ftt und begriffen wird.