bloß den *) Glauben und Gehorsam des Mannesprüfen wollen, damit er so ein Erempel desGlaubens, der Verleugnung und des Gehorsamsfür die Nachwelt würde. Denn es hat doch inder That den Anschein, als wenn er gleichsamzum Scherz (ich rede ehrerbietig) und ohne einevernünftige Ursach — die man doch bey dem All-iveiscn und Gütigsten Vater vermuthen muß —>seinen Freund habe angstigen, und in Umständeversetzen wollen, worin noch nie kein Sterblicherwar. Ja was mehr ist, es scheint gar, als ob erdurch den Befehl ihn bey seinen Nachbaren undbey der Nachwelt zum Narren habe machen wollen;er, derAhm da so oft versichert hatte, daß er seinGott wäre. Denn immer ist uns der Gedankeschmerzlich, daß die Welt von uns glauben dürfte,wir hätten eine höchst thörichte Handlung begangenoder doch begehen wollen. Auch konnte er un-möglich begreifen, weils wider das moralischeGefühl stritt, wie Gott ihm befehlen könnte, mitseinem Sohn, dem unschuldigen und frommenJüngling, ja was mehr ist, dem Sohne der Vcr-heissung so zu handeln. Da er doch selbst (i Mos.9,6.) Menschcnblut zu vergießen unter To-
dcs-
Unstreitig war es die höchste denkbare Probe des Glau-bens. Aber Gott hatte einen weit wich tigernZweck gehabt, wenn er die Belehrung über den Toddes Meßias damit verbunden, wie mein Gedanke ist.