863
dem Joche eines Sultans schmachvolle Ketten trägt,diesen srommcn Kriegern, deren Orden die Vor-sehung in einem Spitale, mitten unter Armen, und ineiner Stadt entstehen lassen wollte, wo Jesus Christus,das höchste Muster jeder Ausopferung, für das Heildes menschlichen Geschlechtes starb.
„Anfangs in ein Spital eingeschlossen, sagt ihrberühmtester Geschichtschreibcr, hatten sie trotz ihrermühsamen und dcmüthigenden Dienste bey den Armenund Kranken, doch noch Eifer und Kraft genug, gegendie erklärten ungläubigen Feinde des christlichen Na-mens die Waffen zu ergreifen; sie wußten die verschie-denen Tugenden von zwcy einander entgegengesetztenBeschäftigungen zu vereinigen.
„Der Anzug dieser geistlichen Krieger war einfachund bescheiden;*) sie sparten die Pracht für die Ver-
O Alle Ritter waren ihrem Gelübde zufolge verbuudc»auf der linken Seite ihres Mantels oder Rockes einKreuz in Form eines Sternes mit acht Spitzenzu tragen. Dich war das wahre Ordcnskleid; dasgoldene Kreuz war nur eine Zierde. Wenn sie inden Kampf gegen die Ungläubigen zogen, oder ihreKrcnzzüge machten, trugen sie auf ihrem Kleide einKamisol von der ncmlichcn Form, wie es die Mus-ketiere der königlichen Garde tragen, vorn und hintenmit einem großen, weißen, vollen Kreuze geschmückt,welches das des Wappeus der Religion war. Dasgewöhnliche Kleid des Großmeisters war ein Lcibrockvon Zeug oder Tuch, vorn offen und mit einem Gürtel