Druckschrift 
Theil 3 (1837)
Entstehung
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

267

gen; aber eine Überlieferung, die seit undenklichenZeiten im Lande herrscht, berichtet, daß dieß auf einernördlich liegenden Erdzunge geschah, welche das Volknoch heut zu Tage mit Ehrfurcht besucht, und diegewöhnlich mit dem Namen »die Bucht des heiligenPaulus« bezeichnet wird.

Nach der nämlichen Ueberlieferung war jener Pu-blius, der in der Apostelgeschichte, nur der Erste, oderder Fürst der Insel, pinioops insulse, genannt wird,römischer Statthalter auf selber. Er blieb nicht einfa-cher Schüler des Glaubens; er wurde Bischof vonMalta, und das Haus, das er bewohnte, ward in eineKirche verwandelt und dem göttlichen Dienste gewidmet.

Aus der Herrschaft der Römer kam die Insel nachund nach in die der Gothen, der Saracenen, der Gra-fen und der Könige von Sizilien, bis sie endlich Karl V.im Jahre 15Z0 den Rittern des Ordens vom hei-ligen Johann von Jerusalem abtrat. Sie gewann vondieser Zeit an eine Wichtigkeit, an welche sich die höch-sten Interessen der europäischen Civilisation knüpften;sie war die Vormauer der Christenheit. Wie vieleMenschen gibt es heut zu Tage, die, in einer dummenGleichgiltigkcit versunken, nicht wissen, daß die Wogendes Mohamctismus, die so lange Zeit das Abendlandzu überfluthen drohten, sich an dem Felsen von Maltagebrochen haben, der durch diese Tapfern vertheidigtworden ist, und daß Europa, so eingenommen für Frey-heit und Unabhängigkeit, theilweise wenigstens diesen, Helden des Glaubens es verdankt, wenn es nicht unter

t2*

>