SI6
Am andern Tage sehr früh nahm ich zwcy meinerBeduinen, und ging wohl bewaffnet mit ihnen fort,indem mich meine Ungeduld trieb, noch am ziemlichenTage am Ufer des Meeres zu seyn. Meinem Janit-scharen Mahvmed, der mit den Kamcclcn nachkommensollte, hatte ich befohlen, mich bcy den Quellen desMoses zu erwarten, wo ich ihn finden und die Nachtzubringen wollte. Der Sand war unfern Thierenaußerordentlich beschwerlich; an einigen Stellen sankensie bis zur Hälfte der Beine hinein; und dennoch be-fanden wir uns ziemlich zeitig am Ufer. Ich stieg so-gleich ab, und las mir die schönsten Muscheln ausAls ich wieder fort wollte, bemerkte ich, daß ich dasCrucisix nicht mehr hatte, das ich bestandig bey mirtrug. Hatte ich es am Morgen zurückgelassen, als ichmein Gepäck zusammen machte? Hatte ich es auf demWege verloren? Hatte man mir es entwendet? Ichwußte nicht, was ich denken sollte. Dieser Verlusthätte mir nicht empfindlicher seyn können; er ergriffmich so sehr, daß ich alles Uebrige darüber vergaß.Seit vielen Jahren war ich gewohnt, alle meine Leidenam Fuße dieses Crucisixes niederzulegen; es war meineStütze in Krankheiten, mein theuerster Gefährte aufmeinen Reisen, mein Trost, mein Glück. Oft hatteich es verloren, und jedesmal wieder gefunden; dasletztem«! hatte ich es im heiligen Grabe zurückgelassen,und es wurde mir nach Jaffa nachgeschickt. DieWesorgniß, es nicht wieder zu bekommen, war dieses-mal um so größer, da ich es im Sande verloren haben