Druckschrift 
Theil 3 (1837)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

sen mit den Massen, die er trägt, von weitem nurein Ganzes zu seyn scheint, so ist dieses vielleicht zumThcile wenigstens die Ursache einer Täuschung, gemäßwelcher sie dem Beobachter aus einer großen Entfer,nung gleichsam wie Berge erscheinen, deren Gipfelsich in die Wolken verlieren, während sie, ganz in derNähe besehen, von ihrer Höhe gleichsam verlieren, eineneue Täuschung, die durch die große Ausdehnung derGrundfläche begünstigt wird, indem sie dazu beyträgt,die scheinbare Höhe der Denkmäler zu vermindern.

Ihre wirkliche Höhe ist erst seit den Untersuchungender Gelehrten, welche die französische Armee bey derUnternehmung Bonapartes nach Egypten begleitet Hu-ben, bekannt. Man weiß jetzt, daß die Pyramide desCheops, deren Höhe einige Reisende zu 480 Fuß, an-dere aber zu 620 Fuß angeben, genau gemessen 428Fuß s Zoll hoch ist, die des Cephren 393 und die desMycerinus 163.

Man hat, Herodot folgend, lange Zeit geglaubt,daß die zum Bau der Pyramiden verwendeten Steineaus sehr entfernten Orten dahin gebracht worden seyen;aber heut zu Tage herrscht kein Zweifel mehr, daß, mitAusnahme der Marmor- oder Granitsteine der Ver-kleidungen, alle andern aus dem Boden selbst, woman sie gebraucht hat, und aus den nahen Steinbrü-chen des lybischen Gebirges genommen worden sind.Eine genaue, von den berühmtesten Physikern Frank-reichs unternommene Untersuchung der Materialienläßt in dieser Beziehung nicht den mindesten Zweifel