Druckschrift 
Theil 3 (1837)
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

71

Man trinkt weit lieber Nilwasser, welches in Schläu-chen herbeygebracht wird.

Nach dem Berichte des Pater Sicard, eines be-rühmten Jesuiten, der gegen Anfang des letzten Jahr-hunderts in Cairo starb, gab es damals in dieser Stadtnur einen einzigen großen öffentlichen Platz, den vonRumeyleh. Gegenwärtig gibt es deren vier, die durchihre Ausdehnung bemerkenswerth sind, ohne eine weitgrößere Anzahl kleinere zu rechnen.

Die Häuser unterscheiden sich von denen, die ichin den andern Städten des Orients gesehen habe, da-durch, daß sie meistens zwcy und selbst drey Stockwerkehaben. Da ihre Thören niedrig sind, und da siekeineFenster auf die Straße hinaus haben, so gewähren ihrehohen, nackten Mauern einen traurigern Anblick alsGefängniße. Ein großer Theil besteht aus Ziegel-steinen. Schlecht gebaut und noch schlechter einge-richtet, sind sie größtentheils unbequem, mit Ausnahmeder Häuser der reichen Privatleute jedoch, und der Pal-läste der hohen Beamten und Vornehmen, die übri-gens in ihrem Aeußern auch kein Merkmal von Größeoder Pracht an sich haben. Luxus und Verzierungensind gänzlich für das Innere und für die Höfe aufge-spart, von welchen mehrere mit Marmor gepflastert undmit Wasserbecken geziert sind, aus deren Mitte sich einWasserstrahl erhebt, der sie verschönert und zugleichKühle daselbst unterhält.

Die Moscheen zeichnen sich vor den andern Gebäu-den im Allgemeinen durch die Regelmäßigkeit und die