63
Unterthancn, Feinde der Götter, Gegenstände desHasses, der allgemeinen Verwünschung, genöthiget diegeheimsten Vorsichtsmaßregeln zu treffen, um ihreLeichname dem öffentlichen Gerichte zu entziehen, weilsie voraussahen, daß es sie der Ehre des Begräbnisseswürde berauben müssen; Fürstinnen durch einen schänd-lichen Lebenswandel entehrt; — dieß sind die Erinne-rungen, welche die herrlichsten Pyramiden zurückrufen.Statt des Ruhmes, den sie sich von ihnen versprochenhatten, haben jene, auf deren Befehl, und für die sieerrichtet worden sind, sterbend nicht einmal den elendenTrost mit sich nehmen können, sich sagen zu dürfen,daß ihnen ihr Grab geblieben sey. Von den Reisendenbefragt, antworten diese Steine nur durch Ausrufungender Schmähung und der Verwünschung:
»Gleich wie der Wein den Säufer berückt, so ist'smit dem stolzen Manne, man ehret ihn nicht.«
»Wehe dem, der aufhäuft, was nicht sein ist! Aufwie lange? Er häuft dichten Koth für sich.«
»Werden nicht plötzlich aufstehen, die dich anfallen;aufwachen, die dich zerreißen, daß du ihnen zur Beutewirst?«
»Weh ihm, der aus Geiz ungerecht Gut sammeltfür sein Haus, damit in der Höhe sey sein Nest, dersich zu retten glaubt vor des Unglücks Hand.«
»Du sannest auf Schmach für dein Haus; zerschlu-gest viele Völker, und Missethat beging deine Seele.«