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Daseyn und die Wohlfahrt Egyptens abhängt, findetalle Jahre gegen den 20. Juni hin statt. In derMitte des darauf folgenden Monates fängt das Wasseran seine Ufer zu übersteigen, und vermehrt fich nachund nach so sehr, daß es das ganze Land überschwemmt.Zn den letzten Tagen des September zieht es sich, je-doch unmerklich, zurück, und erst bey Annäherung desNovember ist iesj wieder ganz in sein Bett zurückgetre-ten, was gewisse Schriftsteller, die sich aus einigenleichten Abweichungen nichts machen, zu der Behaup-tung veranlaßt hat, das Wasser bedürfe eben so langeZeit, um zu wachsen, als um wieder abzunehmen.Während dieser Zeit gleicht Egypten einem weitenMeere, über welches die Städte und Dörfer hervor-ragen, die alle auf hoch genug liegenden Stellen er-baut sind, um nicht Gefahr zu laufen, unter Wassergesetzt zu werden.
Nach der Höhe des Wassers bemißt man die Frucht-barkeit oder Unfruchtbarkeit des nächsten Jahres. Wennes bis zu sechzehn egyptischen Ellen steigt, dann hates die günstigste Höhe erreicht. Dieses glückliche Er-ejgniß wird alsobald durch das Geschrey: »Gott hatuns Ueberfluß verliehen,« das überall ertönt, angezeigt.Egypten überläßt sich dann der Freude, und seyert seinGlück durch Lustbarkeiten und außergewöhnliche Feste.Eben so war es bey den Alten, die es für den sicher-sten Bürgen einer guten Aernte hielten, wenn dasWasser sechzehn Armslängen hoch stieg. »Darunter,sagt Plinius, gibt es nicht Wasser genug, um alles zu