25
geborsten; es hatte sein Steuerruder verloren und sankimmer mehr, als ein kühner Lothse mit Gefahr seinesLebens ihm zu Hilfe eilte. Seinem Muthe und seinerGeschicklichkeit gelang es, alle, die auf dem Schiffewaren, vom Tode zu erretten. Einen Äugenblick spaterwurde das Schiff zertrümmert an den Strand geworfen.
Am Tage nach diesem schrecklichen Unfälle stieg ichtrotz eines fürchterlichen Wetters zu Pferde, um mitHerrn von Babich, dem ersten Dolmetscher des öster-reichischen Konsulats, das verunglückte Schiff in Augen-schein zu nehmen. Ein solches Schauspiel ist gewißschmerzlich; aber wclchewichtigeundnützliche Lehrengibtes uns! wie ergreifend sagt es uns besonders, daßunsere Tage, unsere Monate, unsere Jahre sich drängen,wie die Wolken und die Wellen, — noch einige Au-genblicke, und alles ist vorüber. Als ich von Bayruthauf den Berg Libanon reiste, ich habe es Ihnen erstvor Kurzem erzählt, sah ich sieben oder acht Schiffe. die gleicherweise Opfer des treulosen Elementes warenund ihr Anblick hat einen tiefen Eindruck auf mich ge-macht. Allein das waren nur Trümmer eines Schiff-bruches, der schon mehrere Monate vorher geschehenwar, und dessen Schrecken nur noch die Einbildungs-kraft zurückrufen konnte; — hier sah ich die traurigeWirklichkeit. Das Wetter war, wie ich schon sagte,fürchterlich; der Wind, der Regen, der Hagel schlugenuns zugleich ins Gesicht. Mit dem Brausen desSturmwindes verband sich das Toben des Meeres.Das Schiff befand sich bey den Katakomben, das ist,
Reis, nach Jerusalem. Iii. Bd. 2