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Bekenntnisse
Entstehung
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365
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Zwölftes Buch.

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obwohl der, welchen er liefet, es nicht empfand, daauch dieser Wahres, wenn auch nicht gerade dieses,empfunden hat.

Denn wahr ist es, o Herr, daß du Himmel undErde gemacht hast, und wahr ist es, daß der Anfangdeine Weisheit sei, in welcher du alles gemacht. Fer-ner ist es wahr, daß diese sichtbare Welt, in kurzerUmfassung aller geschaffenen und gemachten Wesen,ihre großen Abtheilungen, den Himmel und die Erde,habe. Auch ist es wahr, daß alles Wandelbare unserenBegriffen eine gewisse Gestaltlosigkeit darstellt, durchwelche es eine Gestalt annimmt, oder durch welchees verändert und umgewandelt wird. Wahr istes, daß das, welches mit einer unwandelbaren Ge-stalt so zusammenhangt, daß es, obwohl veränderlich,doch nicht verändert wird, keine Zeiten an sich leide.Wahr ist es, daß die Gestaltlosigkeit, welche eigentlichnichts ist, keinen Zeitwechsel haben könne. Wahr istes, daß das, aus welchem etwas wird, nach einergewissen Redensweise schon den Namen des Din-ges, was aus ihm wird, haben könne. Daher konnteHimmel und Erde genannt werden jede Gestaltlosigkeit,aus welcher Himmel und Erde gestaltet ist. Wahr istes, daß von allem, was gestaltet worden, nichts demGestaltlosen näher, als Erde und Abgrund. Wahrist es, daß du, aus welchem Alles ist, nicht alleinalles Erschaffene und Gebildete, sondern auch Alles,was erschaffen und gebildet werden konnte, gemachthast. Wahr ist es, daß Alles, was aus einem Gestaltlo-sen gestaltet wird, erst gestaltlos, dann gestaltet ist.