Druckschrift 
Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
129-130
Einzelbild herunterladen
 

529

Die Niederlausitzer Unruchs.

120

zweiten Sohn, Stifter des o st p r e u ß i s ch e nZweiges, noch zurück.

24, 1. 1650 verkaufendie ge vettern U.auf Zveißig und Lissig" als Erben des Christofsein hinterlassenes Beinsdorf an einen Rackel;also hatte er wohl keine Rinder.9

Die immer wiederkehrenden Heinrich Sig-mund benannten U.s auseinanderzuhalten, istschwer. Als der obige Heinrich Sigmund-Nd.-Ullersdorf 50. -1. 52 mit seiner Frau AnnaE usemia beim Gärtner Ivittcken Pate stand,war auchdie junge Frau aus Nied er-Ullersdorf" dabei. 2) Sic ist es augen-scheinlich, die 25.8.52 als Gattin des Hein-rich S i'g m u n d - Nd.-Ullersdorf von einerTochter Anna Warbara entbunden wird, die5 Tage später getauft wird. Miederholt erscheintdaneben noch als Pate Stllanne Solle,Tochtervon Heinrich Sigmund-Nd.-Ullersdorf", zuletztnoch 26. 6. 165? bei Rlitzings in Gber-Ullersdorf.Ebenso 1. 6. 5-1 bei GladisJunker DansTbrilttan".9 Dieser heißt schon 2-1. z. 56 beifolgender GelegenheitHerr auf Rupendorf"(Ar. Sagau):H Lesse! (Madislaw) Rotenburg-Schöneiche ließ einen SohnRarl Philipp"taufen, dessen Paten außer Hans Christiannoch Philipp lCrntt-Billendorf und AlexanderSigfrid aus Billendorf waren, anscheinend alledrei Schwäger des Rotenburg. Als diesen: imnächsten Jahr eine Tochter geboren war, standendabei 16 .8. wieder Philipp Ernst-Billendorf,Alexander Sigfrid von Billendorf, nunreichsgräflich Promnitzscher Stallmeister, undHans Christof- Tschecheln Pate. Da späterwieder Hans Christian als Herr aufuFchecheln er richtet eine Hochzeit seiner LeuteDezember 67 aus 9 genannt wird, scheintChristos nur ein Schreibfehler zu sein.28. 5. 5? ließ Rotenburg wieder eine Tochtertaufen, dabei waren Paten: Derselbe AlexanderSeyfried mit seiner Frau Anna Datbarlnageb. Rotenburg, als promnitzsche Hosmeisterin,und Frau DegMUtb U. auf Tschecheln geb.R 0 tenburg. 9

Frau Karbara U.-Nd.-Ullersdorf geb. Dahmewird im Grte 26.6.5? als Pate erwähnt; siescheint die Frau des nun aus dem Stammgutsitzenden Heinrich Sigmund gewesen zu

sein, der als Freidenker galt und Zauberer

Damals man ihn bereden wollen, man sollteaus einem Fischhälter die Hände nicht waschen,die Fische stürben davon, hat er sich osft darausgewaschen gleichwol wird ihm Schuld gegeben,daß er Januar 1656 das Feuer zu Albrechtsdorfversprochen." 9 1657 ärgerte er die Leute mit derErzählung, der Hammermeister zu Neuhauß habeein Buch, das immer wieder zu ihm gekommen,wenn man es gleich verkauft oder weggeworfen,(vgl. Hans-Heiling-Sage.)

? A. Brsl. Sag. in. 11. d.

Kirch». Ullcrsds.

Kirchs. Ullersdorf.

? A. Fürstcnst. Slg. Möllern.

KirchSuch Linderode.

°> KirchSuch Droskau L. Sora».

? Magnus Annale» 419.

Die Unrngher.

Damals war ein Junker Kirnlt aus Billen-dors am Sorauer Promnitz-Hofe. Sein Vorwitzkostete dem betrunkenen Torwärter des Schloß-hofes das Leben durch einen bösen pirsch.Diesen hatte Ferd. Biberstein-Forst, weil er ihmeinen Hofjungen gespießt hatte, dem SorauerGrafen Eduard Promnitz geschenkt. Dort hatteer auch schon den EinHeizer angenommen undübel zugerichtet, deshalb hatte Promnitz schonden Hirsch zum Leichenschmaus bei seines SohnesBegräbnis bestimmt.Me aber Ihro Gnadennach Pleß verreiset war, bremseten die Hofburschenden eingegatterten Hirsch ?. i<i. 56 heftig mitHagel, daß er kollerte und schrie. Der Burggrafsprach daher, ich wollt jetzt nicht zum Hirsch gehen,wenn mir gleich einer 100 Thlr. gebe: Der Tor-wart, einen Rausch im Kopf, fing an: ich wolltenur 2 Groschen nehmen. Jungker Ernst U.schrie ihn an: Nun laß sehen!" So geschah dasnun Unvermeidliche. H Von diesem Ernst istsonst nirgends mehr die Rede, vielleicht gilt aberihm die Notiz?), daß Herr v. U.-Billendorf 1662ein Frl. Rittlitz geheiratet hat, die wegenihrer Demut sie wohnte bei einer Böttcherinin Sarau sehr gerühmt wird.

1660 steht wieder ein Junker Dcinr. Sgmd.Pate bei Rlitzings in (Uber Ullersdorfs), ebensobei andern Nachbarn 26. ?. 6? Dans Tbnltian,Burggraf und Beschickter von Sarau, zusammenmit Jungfrau Anna lCMabetb, beide wohlRinder von Heinrich Sigmund undAnna Eufemia Löben. Dieser pausChristian heiratete 1676 /IldargarelbeDclene Schweinitz, von der ihm zu NiederUllersdorf 1?.-1. 78 ein Sohn Tbrlltopb Illlrlcbgeboren wurde. 2. -1. 71 werden HansCh ristian und Stefan Langenau als Vor-münder der Nieder Ullersdorfer Minderjährigenerwähnt^), dies scheint aber der von Tschechelnzu sein. Aber auch dieser wird alsBurggrafvon Sarau, Herr aus Tschecheln" bezeichnet. Erverkaufte Tschecheln an Barbara DorotheaMedebach und übernahm Nieder Ullersdorfselbsp). 20. ?. 71 hatte er als Vormund 500 Thlr.aus dem Saganer Rammergut Liebussen sicherstellen lassen. Es scheint also, daß die in dieserPricbuser Gegend vorkommenden U.'s auch mitden Nicderlausitzern zusammenhängen.

10. 7. f66S wurden in Gassen Juliane U. wahrscheinlich ans Royua und der Haupt-mann Joh. Rasimir Unger getraut^), näheresfehlt. 18. 10. 1666 heiratete Waltbalar wohlSohn des Baltzersohncs Hans Sigmund-lvcißigdie Tochter (ZiZarbara?) des Abraham LöbenGlogsen. Der Ehevertrag sichert ihm 1000 TKIr.Mitgift.9 Er ward unter dem großen RursürstenGberst und Regiments-lZZuartiermeistcr, schuf sichaber ein Heini, indem er den 5 Brüdern Ilow

? A. Fürstcnst. Slg. Möllern.

2) Ebenda.

2) Kirchb. Ullersdorf.

«> A. Brsl. Sag. III.

0) Wiedebach, Chron. v. Bcitzsch u. Guben.°) Kirchb. Gassen.

? A. Berlin R. t. Bd. S4. SSS.

?