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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
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deutet auf zweckbewußte fränkische Kolonisation, ebenso wie die großeAnzahl von —heim-Orten zwischen liiifingen—Tuttlingen und Rottweil imZwickel dreier bedeutsamer Straßen.

Aus der Schenkungsurkunde Kaiser Ottos 983 für das KlosterSt. Blasien lernen wir die Alba (Alb) mit Svvendebach (von Höhen-schwand, jetzt Ruhebach) und Steinaha (Steinach), die Svvarzaha(Schwarza - Schliicht) mit Cheinbach (Kienbach) und Slouchse (Schluch-see), von Bergen den Veltpereh (Feldberg), von Orten die villa Heibeu-svvanda (Heppenschwand) und Vverenbrehtesvilla bei Höhenschwandkennen. Swant, swende bedeutet Rodung, Heibenswanda also Rodungdes Heibo. Es ist zu verwundern, daß so kleine Bäche wie der Kien-bach und Ruhebach bereits ihre Namen hatten. Die Hohestraße vonSt. Blasien zwischen Alb und Schliicht mit der Verästelung des „Stein-wegs“ in das unterste Albtal und des Höhwegs nach Waldshut sind uralt.Die Namen der höchsten Berge des. Schwarzwalds, Feldberg (983 Velt-perch), Belchen (1278 Belebe), Blauen (1399 zem Blawen), Kandel (1.11!Kanden), Hiilmersedel (926 Stoufinberc), sind wohl alle (außer demKandel) aus dem Deutschen zu erklären. Über Rodungen des KlostersSt. (lallen im Schwarzwald vgl.: 868 rectores ipsius monasterii inconcambium mihi donarent quidquid in saltu Svarzwald .... extirpatumet cultum haberent (A. Dopsch, W. d. K. I, S. 246).

Schon II, S. 58 war auf verschiedene Saumpfade hingewiesen,die das Gebirge, in der Richtung von Osten—Westen querten. Sie nehmenin dieser Periode immer greifbarere Form an. Von der obersten Donauaus drängen sich zwei Gruppen von Reihengräbern weit ins Gebirg vor.Die nördliche an der Brege (Bräunlingen, Brüggen, Hubertshofen, vgl.Oellingen, Wolterdingen) erstreckt sich offenbar der sogenannten Hoch-straße und Wagensteig (1125 Waginstat, 1379 Wagensteige) entgegen,welche von Hammereisenbach über den Hohle Graben (Hochstraß) undTurner bei Wiesneck ins Dreisamtal und nach Freiburg führen. Die süd-liche Gruppe schiebt sich beiderseits der oberen Wutach bis über Bonn-dorf, Boll, Reiselfingen, Seppeuhofen, Löffingen, Göschweiler (etwa 850Cozcerisvilare) vor gegen den Titisee, von wo der Absteig durch dasHöllental (Falkensteig, 1300 Falkenstaig) stattfindet. Doch war der Ver-kehr im Höllental so schwierig, daß der erstere Weg jedenfalls die ältereVerbindung bezeichnet und eine Kombination der beiden Wege in derNähe des 1139 gegründeten Klosters Friedenweiler vorbei (durchSchwärzenbach über den Hohberg) wahrscheinlich ist. Daß auch die1093 und 1108 gegründeten Klöster St. Peter (vgl. Abb. 87) undSt. Märgen in der Nähe der Wagensteige, des großen Durchgangs-verkehrs vom Schwabenland in den Breisgau, liegen, ist kein Zufall.

Die W e s t h ä n g e des Schwarzwalds zeigen Reihengräberim großen und ganzen genau so weit, wie die römischen Anbauspurenund die —ingeu- und —heim-Orte reichen, wenn die römischen Einzel-