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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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3. Kapitel

Die alteinheimische (romanische) Bevölkerung 0 )

Fragen wir, was bei all diesen Kämpfen und Wirren aus der alt-ansässigen Bevölkerung geworden ist, so müssen wir scharf scheidenzwischen dem linken und rechten Rheinufer.

I. Linksrheinisches Gebiet.

In den Städten, wie schon die Namen von Mainz, Köln und Trierzeigen (Mogontia, Colonia, Treveri usw.), blieb das geringere Volk inziemlicher Stärke zurück, während die Höherstehenden, abgesehen vonder Geistlichkeit, nach Möglichkeit das Land verlassen haben werdenoder zum Teil niedergemacht wurden. Doch läßt sich bei den Sitzen derGeistlichkeit schon frühe in Trier, Köln, Mainz ein Handwerkerstandnachweisen, der im Schatten und Schutze der Domfreiheit wohl meistaltchristliche Glaubensgenossen umfaßte. Der Bischof Sidonius Apollinarisfeiert den fränkischen Grafen Arbogast in Trier (etwa 475), weil bei ihmdie römische Sprache noch eine Heimstätte gefunden habe (qnocirca ser-monis pompa Romani, siqua adhuc uspiam est, Belgicis olim sive Rhenanisabolita terris in te resedit, quo vel incolumi vel perorante, etsi apudlimitem ipsum Latina iura ceciderunt, verba non titubant, vgl. A. Dopsch,Grundlagen I, 1923, S. 163). Wenn Argentorate - Straßburg als einzigegrößere Stadt am linken Rheinufer seinen gallisch-römischen Namen völligverloren, Noviomagus - Nemetes in den nach dem Speierbach lautenden,aber wohl schon im Altertum geläufigen Spira umgetauscht hat, so hängtdies wohl mit einer leichten Verschiebung der Wohnstätten im Geländezusammen. Eine ähnliche Verschiebung ist bei Kirchberg - Dumnissusim Hunsrück zu beobachten, wo sich die Germanen nicht wie die imBrunnengraben geübten Römer auf der wasserlosen Anhöhe neben derRömerstraße ansiedelten, sondern an den wasser- und wiesenreichenHang bei Denzen (995, 98 Domnissa) herabstiegen. Wohl aus den gleichenGründen hat sich der Führer der fränkischen Hundertschaft am stumpfenTurm bei Hinzerat nicht an der Stelle des vicus Belginus auf der Hoch-ebene festgesetzt, sondern am Gabelpunkt der Straße nach Trier undNeumagen bei Hundheim am Hange des Dhronbachs. Warum der Name

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