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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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8. Kapitel

Marken und Gaue 2 ^

I. Die Ortsmarken der Volkssiedelungen undgrundherrlichen Besitzungen.

Eine mehr oder weniger scharfe Abgrenzung des zu den einzelnenSiedelungen nötigen Landes, zum mindesten des Ackerlandes, wird beiallen Ackerbauern einer etwas vorgeschritteneren Wirtschaftskultur be-standen haben, vielleicht schon bei den neolithischen Bandkeramikernund den spätbronzezeitlichen und hallstättischen Urnenfelderleuten,sicher aber bei den Galliern und Germanen der La-Tene-Zeit, soweit siein geschlossenen Dörfern mit gemeinsamen Friedhöfen wohnten. Mögedas Gefühl für Gemeinschaftseigentum von den Urzeiten her noch sotief, namentlich bei den Jäger- und Hirtenstämmen, gewurzelt haben,wie ja Wald und Weide bis in das Mittelalter im Gemeindebesitz blieben,so hat sich doch nachweislich schon in vorrömischer Zeit innerhalb desGemeindeeigentums privates herausgebildet, je nach Stellung und Fleißeinzelner Siedler. Der und jener erhielt für besondere Kriegs- undFriedensleistungen von der Gemeinschaft mehr Land und Knechte alsdie andern zugewiesen, und der und jener gewann durch rastlose Rod-arbeit mehr Ackerland für persönliche Nutzung. Auch bei den .West-germanen der römischen Zeit war es nicht anders, wenn auch die be-kannten Cäsarstellen bell. gall. IV, 1 von den Sueben (privati ac separatiagri apud eos nihil est) und VI, 22 von den Germanen allgemein (nequequisquam agri modum certum aut fines habet proprios) sowie TacitusGermania c. 26 (agri pro numero cultorum ab universis in vices [gegen-seitig] occupantur, quos mox inter se secundum dignationem partiuntur ...arva per annos mutant ...) meist in entgegengesetztem Sinne gedeutetwerden. Diese Nachrichten bei Cäsar und Tacitus enthalten manchesMißverstandene und Mißverständliche (vgl. auch II, S. 145 f.), dochscheint mir die Auslegung, die ihnen A. Dopscli, Grundlagen 1 2 , S. 60 f.,gibt, im ganzen gesichert. Cäsars Worte beziehen sich zweifelsohneauf einen Ausnahmezustand des suebischen Ackerbaus, wie er den Römernbei den auf dem Kriegspfad und der Wanderung begriffenen Stämmen