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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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Linie Villingen — Waldshut Halt machten. Über die Wutach und dieSteinach hinüber erklommen sie mit ihren Herden die Halden bis überBonndorf und Löffingen hinaus (Birkendorf, Reiselfingen, Qösclnveiler,Hubertshofen usw.), zum Teil noch die Linie der römischen Farmen über-schreitend, die hier merkwürdig tapfer in das Gebirge eingedrungenwaren. Die sonnigen Matten und der stellenweise gute Boden werdensie festgehalten haben, nachdem sie sich vor dem Höhenkamm in großerAnzahl angestaut hatten, fast in größerer als im Land gegen Bodeuseeund Donau zu (vgl. die Karte bei E. Wagner, Fundstätten 1, Taf. 11).

Am steilen Siidhang zwischen Waldshut und Kaiseraugst be-schränkten sie sich wie die Römer bei der Schwierigkeit des Geländesauf die unteren Hänge nahe dem Fluß und blieben in schwacher Zahl,um erst in dem Knie gegen Basel und am Wiesental wieder zu einerstärkeren Gruppe anzuschwellen. Das herrliche Tal der Wiese bei Lör-rach mit seinen weiten Wiesengründen war ihnen besonders willkommenund wurde bis über Schopfheim hinauf besiedelt. Die Reihengräberdieses Gebietes reichen vom IV. bis zum VIII. Jahrh. und gehören in derHauptsache den Alamannen an, wenn später sich auch fränkische Ein-flüsse geltend machen. Unter den unzähligen —ingen-Orten, die demHochgebirge zu nicht wesentlich über das Gebiet der Reihengräberhinausgehen, begegnen verhältnismäßig wenige —heim-Orte, am zahl-reichsten längs der großen Straßenzüge an Flüssen und an Fluß- undGebirgsiibergängen, doch haben sich auch viele romanische Namen er-halten, besonders längs der Rheinabdachungen.

Altheim, Holzheim: 768, 785 Althaim, Hoolzhaini,

Lausheim: 780 Lusheim, 855 villa Luzheim in pago Alpagouve,

Schopfheini: 807 Scofheim,

Bachheini: 838 Pacheini,

Buchheini: 861 Puacheim,

Diirrheim: 889 Durroheim,

Wahlwies: 839 Uvalahvvis,

Wahlweiler (Überlingen): 1213 Walewilare,

Wallbach (Siickingen): 1283 Walabuk.

Wenn Wiese, Wehr (Werra), Murg und Alb ihren vordeutschen Namenbehalten, Schliicht, Steina, Wutach und die zwei andern Aachflüsse ver-loren haben, so weist dies wohl auf das liier stärkere germanischeElement hin, wie die Funde und Ortsnamen bestätigen, da die romanischenNamen seltener sind. Die vielen — wangen-Orte (bei Pfullendorf,Überlingen, Konstanz, Bonndorf, Freiburg) von wanc, wang = Feld,Ebene, sind für die Alamannen charakteristisch; sie kommen auch vielfachmit Beinamen vor, wie Menwangen, Nesselwangen, Mainwangen, Iznang— Izwang, Hindelwangen, Ottwangcn usw. Die starke —heim-Gruppean der Wutach gegenüber Zurzach, wo die Heerstraße über den Randennach Rottweil beginnt, beruht jedenfalls nicht auf Zufall (Rheinheim, Lien-heim, Horheim, Weilheim, Schleitheim, Lausheim, Bachheim), sondern