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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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Äußere Qesc liichte. Die rund 150 Jahre vom Ende desI. his zur Mitte des IIL Jahrh. bedeuteten fiir Köln eine Zeit ruhigerEntwicklung und zugleich höchster Bliite; das lehren uns beim Mangelliterarischer Nachrichten die Grabfunde um so eindringlicher.

Um die Mitte des 111. Jahrh. — zur Zeit der sog. 30 Tyrannen —wird Köln kaiserliche Residenz und Münzstätte, aber mit dem im Jahre268 erfolgten Tode des Kaisers Rostumus beginnt ein schneller Abstieg.Denn fast zur selben Zeit wird der Limes, die große Grenzwehr gegendie Germanen, von diesen endgültig überrannt und fiir die Folge derRhein wieder die Reichsgrenze. Die Städte längs des Stromes, die bisdahin ohne eigentliche Befestigung geblieben waren, erhalten damals ihreerste Ummauerung; wahrscheinlich trifft dies auch fiir Köln zu, dessenNordtor sogar den Namen des Kaisers Gallienus (253—268) trug. Trotz-dem blieben die Rheinstädte von nun an stark gefährdet, die Germanendrangen immer ungestümer nach Westen, und es nimmt nichtWunder, wenn der fremde Einschlag in der Kunst nun immer offen-sichtlicher zutage tritt. Hierher gehören auch die Grabfunde mit Aus-riistungsgegenständen in sogenannter Kerbschnitt-Teclniik, mit ihremdoch wohl stark germanischen Einschlag.

Zwar versucht man unter Konstantin der bedrohten Lage der Stadtdadurch zu begegnen, daß man auf der rechten Rheinseite einen starkenVorposten anlegt und diesen Brückenkopf — Divitia, Deutz — durchAnlage der Rheinbrücke sichert. Aber schon 330 muß eine furchtbareKatastrophe über die Stadt hereingebrochen sein, wie der große Miinz-schatzfund beweist, der 1895 nahe beim Pfarrhaus von Maria im Kapitolzutage kam und gewaltige Massen von Kleinbronzemiinzen enthielt, dieals Inhalt einer öffentlichen Kasse anzusprechen sind (s.: M. v. Bahrfeldt,Münzen Konstantins d. Gr. und seiner Zeit, Halle 1923). Irn IV. Jahrh.nennt der Schriftsteller Ammianus Marcellinus Agrippina eine starkbefestigte Stadt. Für das Jahr 355 ist uns durch Ammianus und Zosimuseine furchtbare Zerstörung nach vorheriger Belagerung überliefert. Vonda an scheint die römische Herrschaft hier schon sehr umstrittengewesen zu sein. Aus dem Jahre 392 besitzen wir die letzte römischeInschrift, eine Bauurkunde vom .Kapitolshügel, die Theodosius, Arcadiusund Eugenius als imperatores, den Franken Arbogast als comes nennt.Um 400 scheint das Römertum hier völlig erloschen zu sein. Die Notitiadignitatum, das Staatshandbuch des beginnenden V. Jahrh., nennt Kölnnicht mehr. Nach Vertreibung des Egidius durch Childerich gelangteKöln in den dauernden Besitz der Franken und ward Königssitz derRipuarier.

Ein großer 'heil der eingesessenen Bevölkerung verblieb indessenauch unter den neuen Machthabern an Ort und Stelle, freilich untergänzlich veränderten Verhältnissen. Nichts kann uns dies deutlichervorstellen, als die Schilderung Salvians, eines geborenen Kölners, der