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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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der Städte mögen die Trümmer größerer Gebäude, namentlich derTempel, manche Straße derartig verschüttet haben, daß diese unpassier-bar wurde und eine Umgehung veranlaßte, wie man namentlich in Mainzund Worms vermuten möchte. Auch die neuen Gotteshäuser ver-ursachten neue Straßenzüge, wie auch aus den Tornamen nach Kirchenin Mainz, Worms und sonst geschlossen werden kann. Da diegermanischen Hütten zunächst fast ausschließlich aus Holz- und Fach-werk erbaut waren, die schnell entstanden und ebenso bald verschwandenund die sich noch wenig um Bauordnungen kümmerten, war man mitihrer Errichtung an jedem zusagenden Platze rasch bei der Hand, so daßsich zunächst sicherlich ein sehr krauses Bild bot, bis allmählich durchdas Eingreifen von Bischöfen, wie Nicetius in Trier, Sidonius in Mainz,und einzelner Grafen, wie des Arbogast in Trier, mehr Regelmäßigkeitin die Anlagen kam.

Auf die rechtlichen Verhältnisse, wie sie seit Rietschelsbahnbrechender Arbeit „Markt und Stadt in ihrem rechtlichen Verhältnis“,Leipzig 1897, angeregt und durch P. J. Meier u. a. glücklich weiter-geführt worden sind, können wir uns nicht näher einlassen, da sie großen-teils schon außerhalb des zeitlichen Rahmens unserer Arbeit liegen.Doch sei für die linksrheinischen Städte bemerkt, wie es auch im einzelnengelegentlich ausgeführt ist, daß sie sich nicht so einfach in das (rechts-rheinisch wohl richtige) geläufige Marktschema einreihen lassen, daüberall ältere Ansätze vorhanden sind. Doch scheint mir auch dieTheorie F. Oelmanns über die Entstehung der römischen Markt-ansiedelung und ihren Zusammenhang mit der mittelalterlichen in einigenPunkten zu weit zu gehen (Bonn. Jahrb. 128, 1923, S. 77 f., wo auch dieLiteratur für die mittelalterlichen Marktorte angegeben ist).

Daß zwischen den von den Römern übernommenen Städten undden neuen germanischen Gründungen außerhalb des römischen Gebietesmancherlei Unterschiede bestanden, ist begreiflich, da letztere erst all-mählich aus Dörfern zu Städten sich auswuchsen. Wir betrachten zu-erst die alten Römerorte Köln, Mainz, Worms, Trier, Mayen,Laden bürg, dann die germanischen Neuschöpfungen F r a n k f u r t,Würzburg und Dortmund, ohne aber jede Stadt mit gleicherAusführlichkeit behandeln zu können. Für die neuen deutschenSchöpfungen haben wir uns auf wenige Beispiele beschränkt, da sie inden Arbeiten von P. J. Meier in reicher Fülle und Anschaulichkeit gebotenund ohne Pläne schwer verständlich sind.

1. Köln (Taf. 10).

Dr. F. Fremersdorf vom Wallraf-Richartz-Museum in Köln, welcherdie Vorlage für die Tafel 10 herzustellen die Güte hatte, teilt darüberfolgendes mit: