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um die Mitte des V. Jahrli. ein Buch „Über die göttliche Weltregierung 1 "schrieb. Er erzählt dort, daß eine Verwandte von ihm, eine alte,vornehme Dame, den fränkischen Frauen niedere Dienste tun mußte, umihr Leben zu fristen.
Köln ward in der Folge der Hauptort des gleichnamigen Gaues,zwischen Zülpich-, Jiilich- und Bonngau gelegen. Unter Childerich hatteder Frankenfürst Sigebert hier seinen Sitz; ihm folgte Chlodwig. Wiestark zu dieser Zeit die Antike noch nachwirkte, mag daraus erhellen,daß Chlodwig sich Proconsul zu nennen pflegte, während Theudebertauf Münzen sogar Augustus heißt. Nach dem Tode Chlodwigs (511)fand eine Teilung des Reiches unter dessen Söhne statt. Im spätenVII. Jahrli. geht die Macht der Könige auf die Hausmeier über: Pipin undKarl Martell, die beide hier in Köln Münzen prägten.
Im Anfang des VII. Jahrli. (625—639) hatte der Bischof Kuniberthier eine hervorragende Stellung inne, zu Beginn des VIII. Jahrli. hörenwir von Plectrud, der Witwe des zweiten Pipin. Bonifatius hatteKöln zu seinem erzbischöflichen Sitz in Germanien ausersehen, ausunbekannten Gründen aber gewann Mainz diesen Vorzug. Eine größereBedeutung erlangte Köln erst in karolingischer Zeit wieder; es wardErzstift, und Hildebold, der Erzkappelan Karls des Großen, seit 799 Erz-bischof. Mit ihm, dem Vertrauten Karls, setzt eine Zeit irdischer Machtund weltlicher Herrlichkeit ein. Im Testamente Karls (811) ward auchKöln reich bedacht. Unter Hildebold erfolgte auch die Verlegung desBischofsitzes und die Gründung des romanischen Domes auf dem Gebieteder Königspfalz im Nordosten der Stadt.
Einen wichtigen Einschnitt bedeuteten für Köln die Einfälle der Nor-mannen 881 und in den folgenden Jahren, da sie den Untergang derantiken Reste wesentlich beschleunigt haben dürften.
Die Anfänge des Christentums. Wenn uns auch Irenäusvon Lyon über Missionstätigkeit in Germanien seit dem II. Jahrli.berichtet, so lassen sich die ersten Anfänge des Christentums in Kölndoch nicht mit Sicherheit greifen. Die literarische Überlieferung setzterst verhältnismäßig spät ein. Als erster Bischof von Köln wird uns inkonstantinischer Zeit Maternus genannt, der 314 auf der Synode vonArles hervortrat; im gleichen IV. Jahrli. werden sodann noch Euphrates— auf der Synode von Sardica 343 — und Severinus (um 400) erwähnt.Ein christliches Bethaus (conventiculum ritus christiani) ist durchAmmianus Marcellinus um die Mitte des IV. Jahrli. bezeugt; seine Lageist bis heute umstritten.
In etwas frühere Zeit führen uns die christlichen Denkmäler, diegerade auf Stadtkölner Gebiet zahlreich zutage gekommen sind.Als ältestes (von der Wende des II. zum III. Jahrli.) ist wohl eine so-genannte achterförmige Talglampe aus Ton zu bezeichnen, in derenInneres der betreffende Töpfer vor dem Brande die Figur eines Fisches