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3 (1925) Die merowingische und karolingische Zeit : 1. Teil: Siedelungsgeschichte
Entstehung
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Werken ihrer Vorgänger und in ihre Neuerungen. Leider ist aber diesystematische Sammlung und Durcharbeitung sowohl des literarischenwie des antiquarischen Materials der Völkerwanderungszeit seitens derForschung noch sehr im Rückstand, wenn auch der kürzlich erschieneneII. Band von F. Kaufmanns deutscher Altertumskunde (1923) namentlichnach der germanistischen Seite in feinsinniger Weise eine bedeutsameKlärung und Vertiefung unseres Wissens bringt und für manche Gebietezum ersten Male eine willkommene Zusammenstellung des Quellen-materials bietet.

Bei dieser Sachlage erschien eine andere Anordnung als in den beidenvorhergehenden Bänden geraten. Vor allem war die umfängliche Zu-sammenstellung verschiedener Siedelungstypen nach Einzelorten, wie inBand I und II, unnötig, da jetzt eine größere Gleichartigkeit herrscht;zum Teil war sie auch unmöglich, da nur wenige Objekte gut untersuchtsind. So muß mit Bedauern festgestellt werden, daß die Topographieselbst der größten rheinischen Städte für die karolingische Zeit in manchenRankten weniger aufgeklärt ist als für die römische. Leider war es inAnbetracht der Zeitverhältnisse dem Verfasser in vielen Fällen auchnicht möglich, durch eigene Reisen und Beobachtungen diese Lückender Literatur zu ergänzen. Mehr aus äußeren als inneren Gründen,namentlich des rascheren Erscheinens wegen, wurde Band 111 in 2 Teilezerlegt, einen siedelungskundlichen und einen kulturgeschichtlichen,doch werden beide Teile in engstem Zusammenhang stehen. Die in denvorausgehenden Bänden gegebene vollständigere Literaturübersicht wardiesmal angesichts der fleißigen Zusammenstellungen F. Kauffmanns un-nötig, so daß im allgemeinen nur die wichtigsten und einige von ihm über-sehene Schriften angegeben sind.

Daß dieser III. Band einen größeren Umfang als die beiden voraus-gehenden angenommen hat, liegt einmal an der größeren Mannigfaltigkeitder Erscheinungen, dann aber in dem unbefriedigenden Ergebnis der bis-herigen Forschung, das zu eingehenderen Neuuntersuchungen zwingt.Es ist ein von der römischen wie mittelalterlichen Geschichts- und Alter-tumswissenschaft sehr vernachlässigtes Arbeitsgebiet, das längst sowohlaus wissenschaftlichen als aus nationalen Gründen eine schärfere Berück-sichtigung hätte erfahren müssen. Auch das Röm.-Germ. Central-Museumkonnte dieser Periode lange Zeit nicht die Aufmerksamkeit widmen, diesein Begründer Ludwig Lindensclmiit für sie hegte, weil die mero-wingischen Altertümer wegen des Umbau des Museums mehr als einJahrzehnt unzugänglich waren. Daß nicht alle Fragen mit gleicher Aus-führlichkeit behandelt sind, ist selbstverständlich, vielmehr wird dasSchwergewicht auf die Heranziehung heuer Quellen gelegt.

Wenn dieses Buch dem Nestor unserer Wissenschaft GeorgW o 1 f f in Dankbarkeit und Freundschaft gewidmet ist, so gilt es demunermüdlichen und unentwegten Vorkämpfer, der einer der ersten und