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In der B r o n z e z e i t ist wiederum ein starker nordsüdlicher Völker-strom zu beobachten, in der älteren vermutlich aus Thüringen, östlichder Rhön sowie westlich und östlich am Vogelsberg vorbei nach demMain- und Rheintal (X. Ber. d. röm.-germ. Kommission [1917], S. 26/27,Veröff. d. oberhess. Mus. und der Qailschen Saminl. zu Qießen I [1919],S. 23 f., II [1919], S, 25), in der jüngeren Bronze- und älteren Hallstatt-zeit gerade in umgekehrter Richtung („Urnenfelderkultur“), auch jetztnicht nur durch die Wetterauer, sondern fast noch mächtiger durch dieKissinger Senke bis in das Werragebiet (Eschwege). Nunmehr setztauch ein stärkerer Handelsverkehr vom Süden nach dem Norden ein,der namentlich durch die spätbronzezeitlichen Depotfunde markiert ist,längs derselben Straßen, auf denen sich schon die Neolithiker undBronzeleute bewegten.
In der späteren Hallstattzeit beginnt die keltische Invasionvon Stidwesten her durch den Westerwald, Taunus, die Wetterauer undKissinger Senke, die noch in der Späthallstattzeit bis an den Harz ge-langte und in der Friih-La-Tene-Zeit immer weiteren Nachschub erhielt.Die in Betracht kommenden Wege durch Westerwald und Taunus sindvon mir Nass. Ann. XLIV (1916/17) S. 179 f. geschildert (vgl. das Kärt-chen S. 196 und Taf. I). Der Hauptweg durch die Wetterau war nach,den Funden die bekannte Weinstraße, beiderseits von Siedelungen undGräbern von H 4 bis T 2 umsäumt, besonders deutlich von Butzbach andurch Funde im Zipfenwald, bei Gießen, Hassenhausen, Germershausen,Sterzhausen 102 ) bis zum mächtigen Ringwall auf dem Christenberg beiWetter, von wo die eine Fortsetzung wohl über Battenberg—Winter-berg—Brilon bzw. Arolsen—Warburg und Frankenberg—Corbach nachWestfalen, die andere über Josbach—Jesberg nach Fritzlar—Niedermöll-rich anzunehmen ist („Frankfurterstraße“). Wie weit dieser große Bogendurch eine Straße Staufenberg—Amöneburg—Treysa—Niedermöllrichoder Butzbach—Reiskirchen—Amöneburg schon damals abgeschnittenwurde („rheinische Heerstraße“), ist in Ermangelung von Funden nochzweifelhaft. Zahlreicher werden diese erst längs der Schwalm und gegenKassel zu (Trockenerfurt, Haddamar, Grifte, Großenritte, Wehlheidenusw.). G. Wolff hat bereits (Ztschr. d. Ver. f. hess. Gesch. u. Landeskunde50 [1917] Tafel) die verschiedenen in Betracht kommenden Wege-strecken angedeutet und besprochen (S. 82 f.). Sichere Entscheidung imeinzelnen kann nur eine systematische Zusammenstellung aller bisherigenFunde und die Untersuchung verschiedener besonders wichtiger Grab-hügelgruppen und Befestigungsanlagen bringen. Doch läßt sich schonjetzt erkennen, daß zum mindesten von der Hallstattzeit ab (jüngereUrnenfelder, keltisches H 4 ) all die genannten Fernwege nebeneinanderbestanden.
Bald nach dem Cimbern- und Teutonenzug machte sich unter dengermanischen Völkerstämmen Norddeutschlands ein allgemeiner Drang