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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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7. Kapitel.

Völker- und Kulturwege im Wechsel der Zeitenund in ihrer Fortdauer.

Die Völkerwege erstreben in kürzesten Linien, aber möglichst sicherund bequem namentlich in Hinsicht auf die Herden und Wagen, von einemLand zum andern zu gelangen. Sie bevorzugen daher die langen Kamm-rücken und Wasserscheiden unter tunlichster Vermeidung der Täler, wo-bei sie in geradezu bewunderungswürdiger Weise die Einsattelungen,Senken und natürlichen Talbrücken ausnutzen. Wie die Bergwasser imVerlauf der Jahrtausende von selbst den leichtesten Abfluß gefundenhaben, so verraten auch diese Fernwege infolge langer Erprobung eineungemein geschickte Ausgleichung des Gefälles.

Kulturwege sind in erster Linie Handelsrouten. Sie haben größereMenschenansammlungen in festen Wohnsitzen und mit mannigfaltigenBedürfnissen zur Voraussetzung und folgen keineswegs nur dem leichtgangbaren Gelände, sondern erzwingen sich mit vorschreitender Kulturden Durch- und Zugang auch in schwierigem Terrain.

Die ersten großen Wanderungen der Völker bestanden naturgemäßin einem allmählichen Vorwärtsschieben und tastendem Suchen nachneuen Jagdgründen und günstigeren Weideplätzen, später auch nachbesserem Ackerboden, verbunden mit unzähligen Um- und Seitenwegen.Die zunehmende Kenntnis von den Vorzügen der Nachbargebiete regteFernwanderung nach bestimmten Zielen an, wie die Schriftstellernach-richten z. B. über die Keltenwanderung des 6. bis 5. Jahrhunderts undspäter über den Helvetierauszug im Jahre 58 dartun.

1. Die Verkehrs-Beziehungen zwischen Süd- und Norddeutschlandsind so alt wie die Menschen selber in diesen Gebieten, wenn sich aucherst seit neolithischer Zeit die Wege und Formen genauer erkennenlassen. Seitdem wir wissen, daß die Heimat der in Süd- wie Norddeutsch-land vertretenen Rössener und schnurkeramischen Kultur in Mittel- undNorddeutschland lag und seitdem zahlreiche Fundplätze beider Kulturenin Nord und Süd festgestellt sind, lassen sich allmählich auch die Wegeermitteln, auf denen die Träger dieser Kulturen nach den wärmeren süd-lichen Landen gezogen sind. Denn daß es sich um eine Volksbewegung,nicht nur um eine Kulturübertragung handelt, ist durch somatische, sied-lungsgeschichtliche und andere Momente zur Genüge erwiesen.

Fassen wir zunächst die Wege der Rössener N o r d s ii d-w ande r u n g ins Auge. Der Kern dieses durch Mischung von Mega-