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unsere Depotfunde mit ziemlicher Sicherheit erkennen. Oder sollte esnur auf Zufall beruhen, daß die meisten rheinischen Depots in der Näheder schon seit der Steinzeit begangenen Fernwege längs des Gebirgs-fußes und Rheinhochgestades hegen? Oder daß sie in Rheinhessen denHöhenweg begleiten, der den großen Flußbogen über Mainz nach Bingenabschneidet? Ebenso reihen sie sich in der Wetterau längs jener ur-alten Verkehrsstraße, welche von Mainz am Taunusfuß entlang (unterdem Namen „Weinstraße“) nach Gießen und weiter nach Kassel bzw.über Rockenberg, Lindenstruth in die Gegend von Fulda zog. Mögendiese Wege und Pfade sich im einzelnen auch wie ein unregelmäßigerFlußlauf verästelt haben, die Hauptrichtung steht fest und wird von Jahrzu Jahr durch neue Funde deutlicher, auch im Gebiet der Mosel, desNeckars und der oberen Donau. Die als solche nach ihrer Zusammen-setzung erkenntlichen Handelsdepots hegen fast sämtlich an diesenFernwegen selbst; die abseits gefundenen Niederlagen sind meist Ver-stecke und Werkstätten der Einheimischen, in der neolithischen wieBronzezeit (vgl. die Karte Tafel 6).
Das geistige Leben in der Bronzeperiode äußert sich in politischerBeziehung durch straffere Gliederung in Sippen und Dorfschaften, vor-geschrittener bei den Pfahlbauern und Urnenfelderleuten, mäßiger ent-wickelt bei den Jägerstämmen, in religiöser Hinsicht in dem entwickel-teren Ahnenkult und Grabritus, wobei die Jäger die Ackerbauer durchAufwand an Arbeitsleistung und Kostbarkeit zu übertreffen suchen, insozialer Beziehung durch weitergehende Arbeitsteilung, neue Handwerkeund neuangebahnte Handelsbeziehungen. Wenn die „Feuerböcke“ wirklichvon einem Herdkult herrühren oder die Mondsichel darstellen, so bietensie wie die Phallosgebilde einiger Pfahlbauten, die Amulette aus Menschen-schädeln u. a. einigen Einblick in das dunkle Gebiet des Glaubens undAberglaubens dieser Stämme. Was die „Mondbilder“ anlangt, dürften sietatsächlich durch Wandlung des Feuerbocks zum Kultgerät als Symboleeines Herd- und vielleicht auch Haustierkultes aufzufassen sein. Mit derZeit wurden sie zu allerlei apotropäischen Zwecken verwendet, wie dieähnlichen Gebilde des italischen und mykenisch-kretis.chen Kulturkreises,mit denen sie sicherlich in irgendeinem Zusammenhang stehen. Da siesich auch in Gräbern finden, werden sie die Schutzgottheit des Hausesund der Familie dargesteht haben, wie das lararium der Römer. Wirwerden auf sie bei Betrachtung der Hallstattzeit zurückkommen.
Die künstlerische Betätigung hat innerhalb unseres Gebiets gegen-über der steinzeitlichen nur geringe Fortschritte gemacht, während imNorden wenigstens in der Bearbeitung und Verzierung der Bronzen einestaunenswerte Meisterschaft erreicht wurde. Die keramischen Formengewannen zwar z. T. durch Einfluß metallischer Vorbilder an Abwechs-lung und Schärfe der Profile, verloren aber an Feinheit der Ornamen-