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2 (1923) Die römische Periode
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meist Italiener, die höheren sogar aus den ersten römischen Familien,darunter literarisch hervorragende Persönlichkeiten wie Plinius, der Ver-fasser der naturaiis historia, und vielleicht auch Pedo Albinovanus, derSchilderer einer Fahrt ins nordische Meer. Aber diese bunte Zusammen-setzung des Heeres aus Italienern und Einheimischen, die Beschränkungder Garnisonen auf größere Orte, wo die Soldaten den größten Teil desTages in ihren Lagern zubrachten, konnte keine rasche und tiefersitzendeRomanisierung, vor allem nicht auf dem Lande, erzielen.

Pas stärkere Hervortreten keltischer und germanischer Gottheitenauf den Weihedenkmälern seit Ende des II. Jahrhunderts sieht F. Köppnicht wie A. Riese als eine „Renationalisierung“ an, vielmehr alsBeweis einer fortgeschrittenen Romanisierung, denn jetzt hätten sich auchdie geringeren einheimischen Kreise, vielleicht unter dem gesteigertenWohlstand, dem römischen Brauche des Weihedenkmals angeschlossen,was auch für die Gigantensäulen gelte. Im keltischen Trevererland kames namentlich seit dem späten 11. Jahrh. zu einer wirklichen innerlichenRomanisierung, die sich aber auf die oberen Schichten der Bevölkerungbeschränkte, mit Schwerpunkt in Trier selbst, wie auch in den germa-nischen Rheinlanden nur in Städten, besonders in Köln. Oer Bauer bliebhier wie dort ein Germane oder Kelte. „Wenn der heilige Hieronymusnoch im IV. Jahrh. in Trier selbst die keltische Sprache vernahm, so wirdman sie damals auf dem Land erst recht noch gesprochen haben, und imRheinland wird es mit der germanischen nicht anders gewesen sein, wennauch vielleicht das Vorherrschen des Heeres die Ausbreitung des Latei-nischen etwas gefördert haben mag.“ Deshalb seien auch die Rheinlaudewie das halbgermanische Trevererland in der Völkerwanderungszeit sorasch dem Germanentum wiedergewonnen worden. Wir können diese An-schauungen auf Grund unserer obigen Ausführungen namentlich über dieGrabriten im ganzen nur bestätigen, müssen aber die regionale Differenzie-rung, nicht nur die zwischen Stadt und Land, noch mehr betonen. Die Ger-manen des Niederrheins, ja der ganzen Germania Inferior, waren — ab-gesehen von übergreifenden Teilen des Treverergebiets — weit wenigervon Kelten durchsetzt als die der linksrheinischen Germania Superior undstemmten der Romanisierung größeren -Widerstand entgegen, wie auchdie hier so häufig begegnenden germanischen Gottheiten beweisen. Amgründlichsten hat das zur Belgica gehörende Treverergebiet die römischeZivilisation angenommen durch den engeren und längeren Zusammenhangmit Gallien und Rom, trotz des nicht unbeträchtlichen germanischen Bluts,das seit vorrömischer Zeit in dem Treverervolk floß und durch späteregermanische Kolonisation aufgefrischt wurde. In der Germania Superiorblieb das Landvolk, soweit Vangionen, Nemeter und Triboker angesiedeltwaren, gut germanisch, in Sprache und Sitten, während in den Städtendas J^ömer- bzw. Romanentum überwog. Das rechtsrheinische Peku-matenland besaß eine starke germanische und im übrigen sehr gemischte