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2 (1923) Die römische Periode
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Schlüsse über Land und Leute geben. Ebenso beweist das rasche Vor-dringen seines Heeres bis an und über den Rhein eine hinlängliche Gang-barkeit des Geländes.

Strabo (+ etwa 19 n. Chr.) beschreibt den Rhein und den Boden-see, zählt die anwohnenden Völkerschaften auf, Helvetier, Sequaner,Mediomatriker, Triboker, die er als Germanica gens ex sua terra trans-gressa bezeichnet, Treverer, Ubier, Menapier, Sugambrer, Sueben usw.,erwähnt den saltus Hercynius, schildert die kuppelfönnigen Häuser, dieTracht und Bewaffnung der Beigen (saga, bracae = Hosen, culter longusa dextro latere pendens, madaris!) und manches andere.

Der ältere P 1 i n i u s (t 79), der als Offizier in Xanten und Vindonissastand, den Feldzug des Corbulo gegen die Chauken und des Pomponiusgegen die Chatten im Jahre 50 mitmachte und seine naturalis historiawahrscheinlich als procurator der Belgien im Jahre 74 vollendete, erteiltwertvolle Auskunft sowohl geographischer Art (mons Abnoba, Vosegus,Nemetes, Triboci, Vangiones, Ubii, Gub[g|erni, Batavi usw., coloniaAgrippinensis, Gelduba usw.) wie über Fauna und Flora (gantae --Gänse, vgl. ad gantunas novas in Köln, silurus ----- Wels im Main, isox-- Hecht im Rhein, Hafer, Bohnen, Kirschen am Rhein, Kastratenäpfelbei den Beigen usw.), über Metallvorkommen, Salzbereitung (ardentibuslignis aquam salsam infundunt), Bodendüngung durch Mergel bei denUbiern, Thermalquellen bei den Tungri und Mattiaci (Wiesbaden) usw.

Am wichtigsten ist uns T a c i t u s Ger in a n i a (98 n. Chr.) nament-lich hinsichtlich der ethnologischen, politischen und sozialen Zustände derGermanen, wenn die Beschreibung des Landes als halbbarbarische Wild-nis auch von einem traditionellen Schema und südländischer Einseitigkeitbeeinflußt ist. Da aber in Band I, S. 175 f. bereits das Nötige darüber ge-sagt ist, können wir uns auf einige wenige Bemerkungen beschränken.Von linksrheinischen Stämmen nennt er Vangiones, Triboci, Nemetes, Ubii,Batavi als sicher germanische (haud dubie Germanorum populi), die Trc-veri und Nervii als halbgermanische, von rechtsrheinischen Frisii, Angri-vari-Chamavi (Bructeri), Usipi-Tencteri, Chatti, Mattiaci, Suebi usw.;er läßt also links- wie rechtsrheinisch die kleineren Stämme im Wasgen-w'ald, in der Eifel, am Oden- und Schwarzwald usw. weg. Oie Sitze derUsipi-Tencteri sind durch die Bemerkung certum iam alveo Rlienumcolunt an der Rheinenge zwischen Riidesheim und Bonn festgelegt, dieder Chatten durch die Worte initium sedis .ab Hercynio saltu inchoant undChattos suos saltus Hercynius prosequitur, also vom deutschen Mittel-gebirge ab. Wenn er aber die Helvetier inter Hercyniam silvam Rhenuni-que et Moenum anmes ansetzt, so ist daraus zu ersehen, daß er keinegenauere Vorstellung über die einzelnen Gebirge besaß. Die Schilderungder Sitten und Gebräuche der verschiedenen Stämme ist sehr wertvoll,trotz kleinerer Mißverständnisse, da sie auf gute Beobachter zurückgeht,offenbar römische Offiziere, die auf ihren Kriegszügen in die betreffen-