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Chronik der Familie Johann Jakob Langen in Köln : auf Grund handschriftlicher Aufzeichnungen, der Kirchenbücher der evangelischen Gemeinden Marienberghausen, Mühlheim am Rhein und Bergisch-Gladbach sowie persönicher Mitteilungen im Frühjahre 1899
Entstehung
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welche zunächst 1870/71 in Elsdorf und später in Euskirchen Zuckerfabriken anlegte. In diesen beidenFabriken, deren erstgenannte jetzt, im Jahre 1898, die grösste Produktion einer Einzelfabrik im Rheinlandaufzuweisen hat, setzte er unermüdlich seine erfinderische Thätigkeit fort; ihr hat die Zuckerindustriewesentliche Vorteile und Fortschritte zu verdanken.

Schon 7 Jahre früher fand Engen Langen noch Zeit, sich mit einer Erfindung zu beschäftigen,welche auf einem ihm bis dahin ganz fremden Gebiete lag. Es war dies die Erfindung einer Gaskraft-maschiue, welche Nikolaus August Otto ersonnen und konstruirt hatte aber nicht so recht zu praktischenErfolgen zu billigen vermochte. Da sprang nun Eugen Langen mit seinem gründlichen Wissen und seinembereits so glücklich bewährten Talente für das Konstruktionsfach ein und verbesserte den Bau der vonOtto erfundenen Maschine dergestalt, dass sie auf der Pariser Welt-Ausstellung im Jahre 1867 über dieFabrikate der französischen Mechaniker Lenoir und Hugon den Sieg und, als Zeichen desselben, die goldeneMedaille davon trug. Als 1874 die Gasmotorenfabrik Deutz eingerichtet wurde, geschah es nach den vonEugen Langen entworfenen Plänen. Nicht nur in geschäftlicher, sondern auch in national-ökonomischerBeziehung hat der Gasmotor eine hohe Bedeutung; durch ihn wurde der Handwerkerstand gehoben, dennmanchem strebsamen Handwerker bietet heute die leichte Beschaffung und der billige Betrieb eines Gas-motors Gelegenheit, seinen berechtigten Wunsch nach Selbständigkeit zu verwirklichen. Das ist die idealeSeite, die wirtschaftliche und kulturhistorische Bedeutung der Gasmotorentechnik, und grade an dieser hatteEugen Langen eine besondere Freude. Zur Verwirklichung seiner ihn unablässig beschäftigenden Ideen,welche vorwiegend auf Vervollkommnungen in der Zuckerfabrikation gerichtet waren, gründete Eugen Langenim Verein mit seinen Brüdern und Kölner Freunden die Maschinenfabrik Grevenbroich.

Sogleich nach den ersten Erfolgen der Elektrotechnik strebte er auch auf diesem neuerschlossenenGebiete nach Bethätigung: Er gründete mit seinem Freunde, dem Kommerzienrat Guilleaume in Köln eineFabrik für elektrische Beleuchtungsanlagen, unter der Firma Spieker & Co., mit welcher er später dergrossen Elektrizität-Aktiengesellschaft, vormals Schuckert & Co. in Nürnberg beitrat, um hier mit grossemKapital, im grossen Stil die neue Fabrikation zu betreiben.

Eugen Langen's letzte Erfindung war die der Schwebebahn. Sie in grossem Massstabe praktischverwertet zu sehen, war ihm leider nicht mehr vergönnt.

Nicht nur den Ruf eines vorzüglichen, hervorragend vielseitigen Technikers und eines stets unter-nehmungslustigen Industriellen hat Eugen Langen hinterlassen; seine Thätigkeit erstreckte sich weit überdas persönliche Gebiet hinaus. Man darf ihn wohl zu den Schöpfern der Erfolge der deutschen Zucker-industrie zählen. Insbesondere sind seiner Initiative die Schutzmassregeln zuzuschreiben, welche diese für dieLandwirtschaft so bedeutungsvolle Industrie sich frei und erfolgreich entfalten liessen. Durch die Begründungdes deutschen Patentschutzvereines zu Anfang der siebziger Jahre im Verein mit Klostermann, WernerSiemens und andern hervorragenden Männern der Wissenschaft und der Praxis hat sich Eugen Langen einhochzuschätzendes Verdienst erworben. Auf das Eisenbahntarifwesen und die Transportverhältnisse, auf dieZollgesetzgebung und auf die kolonialen Bestrebungen hat er zum allgemeinen Besten kräftig eingewirkt.Durch seine Anregung entstand die Rhein-Seeschiftälirts-Gesellschaft in Köln, die zuerst einen unmittelbarenDampferverkohr zwischen Köln und London herstellte. Um der Kölner Industrie, welche zum grösstenTeil ausserhalb des Wahlbezirkes der Kölner Handelskammer lag, eine geschlossene Vertretung zu geben,begründete er den Verein der Industriellen des Regierungsbezirkes Köln; auch die Leitung des Vereinsdeutscher Ingenieure lag wiederholt in seinen Händen. Das Ingenieurwesen seiner Vaterstadt verdanktihm nutzbringende Anregung und thatkräftige Unterstützung. Bei Uebernahmc der Gas- und Wasserwerke