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Chronik der Familie Johann Jakob Langen in Köln : auf Grund handschriftlicher Aufzeichnungen, der Kirchenbücher der evangelischen Gemeinden Marienberghausen, Mühlheim am Rhein und Bergisch-Gladbach sowie persönicher Mitteilungen im Frühjahre 1899
Entstehung
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Clara Johanna von Recklinghausen, geh. Langen (Wgi. 19).

Am 29. August 1831 in Solingen geboren, zog Clara mit ihren Eltern im folgenden Jahre nachKöln, wo sie in dem Hause Severinstrasse 57 ihre glückliche Jugendzeit verbrachte. 1847 kam sie nachMannheim in das Grossherzogliche Institut in Pension, musste dasselbe aber schon vor Ablauf einesJahres wegen der politischen Unruhen wieder verlassen, welche, wie anderwärts, auch in Baden zumAusbruch kamen und sich dort zuerst durch eine Revolution Luft verschafften.

Am 28. Juli 1857 vermählte Clara sich mit August vun Recklinyltausen, einem intimen Jugend-freunde ihres Bruders Jakob. Dieser war am 11. Februar 1828 in Solingen geboren, wo sein VaterWilhelm vun Bechlinghausen luhaber einer Manufakturwaaren-Grosshandlung war. Kaum zehn Jahrealt verlor August seinen Vater, worauf er in das Erziehungs-lustitut des Herrn Pastor Demmer in Indenbei Jülich kam, in welchem er ungefähr vier Jahre verblieb. Darauf besuchte er zu seiner weiterenAusbildung das Kortegarn'sche Institut in Bonn und ging von dort 1814 nach Brüssel, wo er in dasGeschäft des Herrn Etienne Fortamps eintrat. 1847 kehrte August nach Solingen zurück und war dortbis 1854 in dem elterlichen Geschälte thätig. Dann siedelte die Famlie von Reddinghausen nach Kölnüber, wo August mit seinem Bruder Wilhelm und seinem Vetter Friedridi Grah unter der alten FirmaJ. D. von Becklinghausen ein Bankgeschäft begründete.

Nach seiner Verheiratung bezog das junge Paar ein Haus auf der Hochpforte in Köln. Daindessen Claras Mutter ihres leidenden Gesundheitszustandes halber die Tochter nicht gut entbehrenkonnte, zog diese mit ihrem Gatten und ihrem, am 26. Mai 1858 geborenen, Töchterchen Julie wieder indas elterliche Haus in der Severinstrasse, dessen weite Räume genügend Platz für beide Haushaltungenboten. Aber nur kaum ein Jahr war es Clara vergönnt, die treue Mutter zu pflegen, da diese schon am25. August 1859 ihrer langen Krankheit erlag.

Sie übernahm nun die Führung des Haushaltes ihres Vaters, für dessen Wohl sie in aufopfernderkindlicher Liebe und Treue gerade noch zehn Jahre sorgen durfte. Am 27. August 1869 verschied der-selbe, nachdem er ein Jahr vorher, am 29. Juni 1868, noch die Freude gehabt, die Geburt von Claras SohnAugust zu erleben.

Im Jahre 1872 verliessen August und Clara das elterliche Haus in der Severinstrasse, worinletztere 40 Jahre zugebracht hatte, und bezogen das August's Bruder, Wilhelm von Reddinghausen, gehörigeHaus Neumarkt 1. B., während dieser das Langen'sche Haus käuflich übernahm. 1876 wurde dasBankgeschäft der Firma J. D. von Becklinghausen, aus welchem Herr Grali bereits 1866 ausgetretenwar, liquidiert. 1881 fing Claras Gatte an zu kränkeln; die Kunst der Aerzte vermochte sein Lebennicht zu retten und am 9. Mai 1882 erlag August seinem schmerzvollen Leiden.

Im folgenden Jahre kaufte Clara das vormals Bürgers'sche Besitztum Rolandsau bei Rolandseck,wo sie seitdem regelmässig den Sommer und die schönen Herbstage verbringt. Hier am grünen Rhein-strom, angesichts des herrlichen Siebengebirges, entwickelt sich dann in den gastlichen Räumen und denprachtvollen Park- und Gartenanlagen ein frisches, geselliges Leben, und kaum dürfte es ein Glied dergrossen Familie Langen geben, welches bei der freundlichen gastlichen Besitzerin des herrlichen Rolandsaunicht manche schöne Tage verbracht hat.

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