Jollann Jakob Lang'GIl ( der Ürgrossvater), (vergl. 6.)
Johann Jakob Langen wurde am 21. Juli 1758 als erstes Kind des Bäckermeisters JakobHeinrich Langen und dessen Ehefrau Maria Katharina Schumacher iu Berg.-Gladbacli geboren, wo erauch seine Jugendzeit verbrachte.
Im Jahre 1775 bekamen die dortigen Protestanten, welche sich bis dahin der reformirten Gemeindein Mülheim am Rhein angeschlossen hatten, die Freiheit, öffentlichen Gottesdienst zu halten und eineeigene Gemeinde zu bilden. Als ihre erste Aufgabe betrachteten sie, dafür zu sorgen, dass ihre Kindergehörig unterrichtet wurden, und richteten deshalb in der Nähe der Stelle, auf welcher später die Kircheerbaut werden sollte, ein IJaus zur Schule ein.
»Obsclion ich damals ein ziemliches Knabenalter hatte«, schreibt Johann Jakob Langen in seiner»Annotationsbuch« überschriebenen Familien-Chronik, »benutzte ich dennoch die gute Gelegen-heit, ging anhaltend zur Schule und bekam immer stärkere Triebe und besondere Vorliebezum Lehreramt. Diese wurden nun dadurch noch stärker gereizt, dass mein würdiger Lehrer»
Herr Johann Peter Breidhart, durch seinen ungeratenen Gehülfen seines Fabrikgeschäftes,genötigt wurde, denselben abzuschaffen. Da derselbe sich nun genötigt sah, demselben alleinvorzustehen, erlaubte der Kichenvorstand ihm den Unterricht der Schuljugend mir anzuvertrauenunter seiner Leitung und Aufsicht.«
Im April 1780 zum Lehrer der Schule in Berghausen, Gemeinde Hückeswagen, gewählt, tratJalwb dieses neue Amt am 1. Mai an, wurde aber schon am 17. Mai 1781 an die Schule aufm Holz,Gemeinde Wald, berufen und folgte am 11. Juni 1781 diesem Rufe, wie er schreibt: »um so lieber, weilich daselbst Gelegenheit fand, mich in der damals auch in hiesiger Gegend beginnenden neuen Lehr-methode besser vervollkommenen zu können.«
Einen im Jahre 1782 an ihn ergangenen Ruf an die Schule aufm Katernbcrg, Gemeinde Solingen,lehnte er ab, ebenso die im gleichen Jahre erhaltene Berufung an die Pfarrschule zu Eilkura bei Hagenund die 1781 auf ihn gefallene Wahl zum Lehrer der Schule zu Kolvert, Gemeinde Kronenborg; dagegenfolgte er dem im Frühjahr 1785 an ihn ergangenen Ruf an die Pfärrschule zu Düssel und trat dieses Amtam 18. April desselben Jahres an.
In den ersten Jahren führte ihm hier seine Schwester Anna Gertrud die Haushaltung, nach derenVerheiratung er sich am 1. Oktober 1791 mit Anna Maria Hölterhof, der Tochter des SchlossermeistersJohann Hölterhof zu Neviges vermählte. Letzerer siedelte im Jahre 1806, nach dem Tode seiner GattinAnna Maria, geb. Hönninghaus, zu seinen Kindern nach Düssel über und wohnte in deren Hause bis zuseinem 1810 erfolgten Lebensende.
41 Jahre verwaltete Jakob das Lehramt zu Düssel, zugleich war er Organist und erzog' sich,da er die Bauernsöhne drei Generationen hindurch unterrichtete, für die Kirche einen tüchtigen vier-stimmigen Chor. Das Orgelspiel machte ihm ganz besondere Freude, weshalb er aus seinen eigenen be-scheidenen Mitteln eine neue Kirchenorgel beschaffte, da die kleine Gemeinde nicht in der Lage war, dasalte Harmonium, welches zur Begleitung des Kirchengesanges benutzt wurde, durch eine Orgel zu ersetzen.
Am 1. September 1829 legte er das Lehramt, welches er 50 Jahre hindurch bekleidet hatte,nieder, da Differenzen, welche zwischen ihm und seinem Pastor, dem Pfarrer Bressel, entstanden waren,ihm seine Stelle verleidet hatten.
v )
o