Friedrich Albert Langen (verg -i. 21).
Albert Langen wurde am 20. Dezember 1836 in Köln geboren. Er war von überaus zarterKonstitution, so dass seine Eltern in den ersten Tagen seines Lebens ihn zu verlieren fürchteten und ihmdie Nottaufe geben liessen. Indessen erholte er sich bald und wuchs zu einem besonders niedlichen undliebenswürdigen Knaben heran, der Aller Liebling wurde.
Albert besuchte zuerst die Elementarschule in Köln und darauf das dortige Friedrich WilhelmsGymnasium, wo er sich durch grossen Fleiss" auszeichnete. Gerne wäre er auf dieser Anstalt geblieben,jedoch sein Vater wünschte, wahrscheinlich, um ihn auf eine spätere Thätigkeit in der Zuckerfabrik vor-zubereiten, dass er sich eingehendere Kenntnisse der Chemie aneigne und veranlasste ihn, das Gymnasiummit der höheren Gewerbeschule seiner Vaterstadt zu vertauschen. Nachdem Albert auf derselben seinExamen bestanden hatte, ging er 1855 nach Berlin, um dort weiter zu studieren. Hier verlebte er einigesehr schöne und anregende Jahre, während welcher ihn eine innige Freundschaft mit dem damals eben-falls in Berlin studierenden, späteren Kunsthistoriker Professor Litbcke verband. Noch bis in die letztenJahre seines Lebens blieb Albert in engen Beziehungen zu diesem hervorragenden Manne, welchem ermanche Anregung auf dem Gebiete der Kunst verdankte.
Noch bevor Albert sein Studium vollständig beendigt hatte, rief ihn sein Vater nach Köln zurückund wies ihm eine Thätigkeit in der Fabrik und auf dem Kontor der Zuckerfabrik der Firma I J. Langen& Söhne in Köln an. Im nächstfolgenden Jahre wollte Albert seiner Militärpflicht genügen, wurde aber,da die Aerzte die Anlage zu einem Herzleiden bei ihm feststellten, zurückgewiesen.
Im Jahre 1860 ging er nach Antwerpen, wo er in das Kommissions- und Agentur-Geschäft seinesSchwagers Adolf Schleicher als Teilhaber eintrat, welches von da ab unter der Firma Schleicher & Langenfortgeführt wurde. Im Jahre 1864 verheiratete er sich mit Ida Ooeters aus Rheydt, Tochter der EheleuteMartin Goeters und Laura Schnitzler. Ida war eine kluge, lebhafte Frau, die leider schon in den erstenJahren nach der Verheiratung erkrankte und ihre volle Gesundheit nie wieder erlangte. In Antwerpenwurden dem jungen Paare eine Tochter, Martha , und zwei Söhne, Martin und Albert, geboren. Ende1869 trat Albert aus der Firma Schleicher & Langen aus, siedelte mit seiner Familie nach Köln über undwurde auf den Wunsch seines am 27. August 1869 verstorbenen Vaters von seinen Brüdern als Teilhaberin die Firma J. J. Langen & Söhne aufgenommen. Er kaufte in Köln das Haus Jakordenstrasse Nr. 5,wo ihm 1873 seine jüngste Tochter Elsbetli geboren wurde.
Am 13. Julil 1884 starb nach langem, mit grosser Geduld ertragenen Leiden Alberls Gattin. Esfolgten nun drei trübe Jahre für ihn. Die rührende Sorge für seine kranke Frau hatte ihn stets so inAnspruch genommen, dass er nach ihrem Tode die Einsamkeit doppelt schwer empfand und beinaheschwermütig geworden wäre. Auf einer Reise lernte er im Sommer 1887 in Badenweiler Maria Lilie,Tochter des Kirchenprobstes Lilie aus Altona, in Schleswig-Holstein kennen, die er lieb gewann und am29. September 1887 als Gattin heimführte. Nun begannen für Albert die letzten glücklichen Jahre, inwelchen er sich ausser seiner geschäftlichen Thätigkeit eifrig der Förderung vieler Wohlfahrtseinrichtungenwidmete. So war er unter anderem Mitbegründer der neugeschaffenen Knabenhorte seiner Vaterstadt undgehörte dem Vorstande des Gustav-Adolf- und des evangelischen Hülfs-Vereins an. In letzterer