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Chronik der Familie Johann Jakob Langen in Köln : auf Grund handschriftlicher Aufzeichnungen, der Kirchenbücher der evangelischen Gemeinden Marienberghausen, Mühlheim am Rhein und Bergisch-Gladbach sowie persönicher Mitteilungen im Frühjahre 1899
Entstehung
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Karl Heinrich Gustav Langen (vergi. ie).

Am 31. Dezembor 1821 wurde ich in Solingen als drittes Kind meiner Eltern Johann JakobLangen und Hermine, gab. Zander, geboren und Karl Heinrich Gustav genannt. Mein Vater erhielt andiesem Tage die Prokura in dem Geschäft der Herren Schimmelbusch & Joest aufm Mangenberg bei Solingen.

Meine Mutter starb, als ich drei Jabre alt war. Meine zweite Mutter Johanna, geb. Oustorff, wareine vertraute Freundin der Verstorbenen, die auf dem Sterbebette ihre Kinder deren Obhutanempfohlen hatte. Der Vater meiner zweiten Mutter war Hauptlehrer an der Elementarschule zuSolingen und wir zogen nach der Wieder Verheiratung meines Vaters in dessen Haus und in seiner Schuleerhielt ich den ersten Unterricht. Nach seinem im Jabre 1828 erfolgten Tode zogen meine Eltern aufden Mangenberg, wo wir Kinder gemeinsam mit den Söhnen des Herrn Joest von deren HauslehrerUnterricht empfingen. Bei des Letzteren Weggang, kam ich 1829 nach Jülich zu einem Onkel meinerMutter, Konrad Oustorff, für acht Monate in Pension; derselbe war ein angesehener Elementarlehrer,und ich erhielt daselbst guten Unterricht, schloss auch eine lebenslängliche Freundschaft mit dessen mirgleichalterigem Sohne Friedlieb Oustorff.

Inzwischen hatte Herr Joest einen neuen tüchtigen Hauslehrer in der Person des Kandidatender Theologie Fritz Hemmer bekommen, und so kehrte ich, um an dessen Unterricht teil zu nehmen, imJahre 1830 ins Elternhaus zurück.

In den nächsten Jahren kam bei mir der Wunsch auf, zu meinem Lebensberuf das Predigtamtzu wählen, in dem Gedanken, dass ich am besten für meine eigene Seligkeit sorgen könne, wenn ichdurch den erwählten Beruf verpflichtet sei, mich mit Gottes Wort zu beschäftigen. Ich wagte es abernicht, dies meinen Eltern zu sagen, weil mein jüngerer Bruder Emil, der weit begabter war, als ich,bereits lateinischen Unterricht erhielt, da er zu studieren gedachte, und weil ich wusste, dass die der-zeitigen Vermögensverhältnisse meiner Eltern ihnen nicht gestatteten, zwei Söhne studieren zu lassen. ImSpätherbst 1832 zogen wir nach Köln. Da mein Bruder Emil den Gedanken zu studieren aufgab, teilteich meinen Eltern meinen Wunsch mit und kam nun im Alter von beinahe elf Jahren auf die Sexta desFriedrich Wilhelm Gymnasiums. Obgleich mir das Lernen schwer fiel, war ich bis Sekunda immer unterden Ersten; in Unter-Sekunda aber konnte ich, trotz meiner Anstrengungen, nicht gleichen Schritt mitden besseren Schülern halten, und als mein Vater dies merkte, frug er mich, ob ich nicht lieber denerwählten Beruf aufgeben wollte. Ich bat ihn aber, mich fortfahren zu lassen, und der Herr fügte esso, dass ich in Obersekunda den besten Lehrer des Gymnasiums, Herrn Professor Hoss zum Klassenlehrererhielt und unter dessen Anleitung nach drei Jahren das Abiturienten-Examen als zweitbester bestand.

Im Jahre 1810 ging ich, um Theologie zu studieren, nach der Universität Bonn und war sehrenttäuscht , als ich in den Vorlesungen der Professoren merkte, dass die Bücher der heiligen Schrift nichtmit der Ehrfurcht und Hingebung behandelt wurden, welche die Philologen den heidnischen Klassikernbewiesen. Daraus schloss ich, dass sie keine Lehrer nach dem Herzen Gottes seien, und so wandte meinHerz sich von ihnen ab und denjenigen unter den Studenten zu, bei denen ich dasselbe Gefühl desUnbefriedigtseins fand. Daraus entstand ein tiefes Misstrauen gegen die Professoren und gegen diePrediger, welche diesen Ehrfurcht bewiesen. Nachdem ich in Bonn drei Semester studiert hatte,

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