und zur Verhüttung der Erze teils Holzkohlen, teils Coks zu benutzen, welch letzterer von den königlichenGruben in Saarbrücken bezogen wurde. Der alte Holzkohlenhockofen wurde vergrössert und erweitert,ein Hültsgebläse angeschafft, da die vorhandene Gebläsemaschine nicht mehr genügte, überhaupt die ganzeAnlage erweitert. In gleichem Maasse stiegen besonders die Transportschwierigkeiten, da Erze, Coksund Kalksteine in grösseren Mengen angefahren werden mussten. Da gleichzeitig der Grubenbetriebausgedehnt und verstärkt wurde, so gab es Arbeit in Hülle und Fülle. An Stelle der westfälischenHüttenleute waren belgische, und an Stelle des Direktors aus dem Siegerland ein belgischer Hochofen-dirigent getreten.
Angesichts der stetig fortschreitenden Weiterentwickelung der heimischen Eisenindustrie durfte dieHütte hinter anderen Konkurrenzunternehmungen nicht zurück bleiben, weshalb von Jahr zu Jahr Er-weiterungen erforderlich waren. Dem Erwerb neuer Grubenkomplexe wurde besondere Aufmerksamkeitgeschenkt und der Besitz an solchen nach allen Richtungen thunlichst erweitert.
Der inzwischen erfolgte Bau eines zweiten Hochofens, die Ausdehnung der mit einer Giessereiverbundenen Maschinenfabrik, sowie die beabsichtigte Anlage eines Walzwerkes verlangten weiterebeträchtliche Mittel und wurden in Folge dessen Verhandlungen eingeleitet, welche 1858 zur Gründungder Aktien-Gesellschaft Siegrheinischer Bergwerks- und Hütten-Aktien-Verein zu Friedrich Wilhelmshüttehei Troisdorf führten.
Diese übernahm die Unternehmungen der Firma J. J. Langen, weiche für den Kaufpreis Aktiender neuen Gesellschaft erhielt, zu deren Generaldirektor Emil gewählt wurde.
Des Letzteren nicht rastender Geist setzte seine ganze Kraft zur Hebung des Werkes ein, welchesimmer grössere Ausdehnung erhielt und durch eine Schmalspurbahn mit der nächstgelegenen Station Troisdorfder Köln-Giessener Bahn in Verbindung gebracht wurde. Eine eigene Cokerei wurde angelegt und zurErmässigung der Transportkosten der Erze die Bröhlthalbahn erbaut.
Leider entsprachen aber trotz alledem die Resultate nicht dem grossen Aufwand au Arbeit undden vielen schweren Sorgen, welche der Betrieb des grossen Unternehmens, namentlich für Emil , mit sichbrachte. Die ungünstige örtliche Lage desselben, besonders aber der Mangel einer direkten Eisenbahn-verbindung machten sich immer fühlbarer. Erst als die rechtsrheinische Bahn gebaut wurde, gelang es,nach vielfach gescheiterten Versuchen Emils unausgesetzten Bemühungen der Friedrich Wilhelmshütteeinen Bahnanschluss zu sichern.
Im Frühjahr 1868 legte Emil seinen sorgenvollen Posten nieder und gründete sich in der NäheBraunschweigs, in Salzgitter, eine neue Heimat. Er übernahm dort die Leitung der Aktien-Gesellschaft»Eisenwerk zu Salzgitter«, welche zum Zwecke der Ausbeutung der reichen Eisensteingruben an dennördlichen Ausläufern des Harzes gegründet worden war und die Verhüttung des aus denselben gefördertenEisensteines in zwei neu zu erbauenden Cokshochöfen bezweckte.
Hier waren ihm leider nur noch wenige, aber überaus glückliche Lebensjahre beschieden. Am1. Oktober 1870 erlag er, nach zwar kurzen, aber sehr qualvollen Leiden den furchtbaren Verletzungen,welche er sich bei einem Unglücksfalle an einem der beiden Hochöfen zugezogen hatte.
Mit einem für sich und andere beglückenden Naturell ausgestattet, hat Emil in ganz besondererWeise die Liebe seiner Mitmenschen besessen und erwidert. Dazu war ihm die Musik eine nie versagendeLebensfreude. Im Jahre 1870 nahm er begeisterten Anteil an der Erhebung seines Vaterlandes gegenwälschen Uebermut und bemühte sich besonders, die Herzen seiner teilweise noch recht weifisch gesinntenhannoverschen Landsleute für das grosse gemeinsame Vaterland zu gewinnen.
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