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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Die Gutenberglegende.

Zweck letzterer zweimal 800 Gulden vorschoss. Noch ehe das Werkbeendet war, klagte Fust auf Zurückgabe seines Capitals, und daGutenberg nicht zahlen konnte, nahm Fust das ihm für diese Summeverpfändete Druckgeräth an sich. 1 ) Gutenberg, um die Früchte seinesFleisses gebracht, fand einen neuen Gläubiger an Dr. Homery, 2 ) mitdessen Geld er eine neue Druckerei eröffnete und das Katholikon1460, sowie mehrere kleine Schriften druckte. 3 ) Im Jahre 1465wurde Gutenberg vom Erzbischof unter seine Hofdiener aufgenommenund starb 1467. 4 )

Zu dieser Legende gehört auch das von Dr. C. A. Schaab inseiner »Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst« veröffent-lichte angebliche Brustbild Gutenbergs, über welches Schaab selbstbemerkt: »Die Stadt Strassburg besitzt auf ihrer öffentlichen Biblio-thek ein Porträt von Gutenberg, welches eine Copie nach einemgleichzeitigen Original sein soll. Nach dieser Copie ist sein Brust-bild in Bronze über der Thür der Heitzschen Buchdruckerei zuStrassburg von einem Pariser Künstler gefertigt. Die Hauptzügejener Copie werden bis jetzt noch in allen Abbildungen Gutenbergsbeibehalten.«

Soweit die vorliegende Legende Gutenbergs Abstammung betrifft,wolle man sie mit den Thatsachen vergleichen, welche in den beidenvorigen Abschnitten festgestellt worden sind. Die Prüfung der weiterenAngaben findet man in den folgenden Abschnitten.

') Diese Angabe beruht auf einem Notariatsinstrument, dessen Originaljüngst von dem Bibliothekar Dziatzko zu Göttingen aufgefunden wurde. Hiedurchwurden die älteren Quellen überflüssig, und man vergleiche: Dziatzko, Beiträge zurGuteiibergfrage, Berlin 188g.

'-) G. Ch. Joannis a. a. O.

3 ) A. van der Linde, Geschichte der Erfindung der Buchdruckkunst, S. 919.

4 ) G. Ch. Joannis a. a. O.