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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
Seite
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Erzählung des Johann Friedrich Faust.

Zinsen ernährt oder in grosser Herren und Städte Diensten gebrauchenliess. Wo der erste gelebt, ist nicht wohl anzuzeigen, ich beklage dieNachlässigkeit meiner Voreltern in diesem Stück. Zwar kann es auchsein, dass durch die Länge der Zeit die Documente verloren gegangensind. Johann Faust, welcher 1420 gestorben, muss ich für den Stamm-vater halten. Dessen Sohn gleiches Namens ist Mitverleger der Buch-druckerei in der Stadt Mainz; etliche wollen wider seinen Dank ihnzu einem Erfinder haben und machen, er hat aber in der That nur mitseinem Vermögen und gutem Rath geholfen. Er soll eine Tochtergehabt haben, Namens Christina, welche er Herrn Peter von und zuGernsheim, genannt Schäffer, wegen dessen Fähigkeiten, insbesonderewegen seiner Verbesserung (Facilitierung) der Buchdruckerei, zur Fraugegeben, und ihn als Sohn adoptiert haben. Diese zeugten Johann vonGernsheim, dessen Sohn gleichen Namens ohne Erben starb.«

Trotz dieser angeblichen Verwandtschaft enthält der »Discurs«wenig Neues. Er lässt Gutenberg das Drucken von Holztafeln erfinden,was bereits vorhanden war, lässt ohneweiters Pressen gebrauchen,lässt ein Anlehen aufnehmen, nicht weil ein umfangreiches Werk zudrucken war, sondern weil ein Werk auf Pergament gedruckt werdensollte, er lässt die Punzen schneiden und nachgiessen, alles Sachen,welche eine Unkenntnis der Technik verrathen. Eine der jetzt in Parisund im Haag befindlichen Holztafeln scheint Faust sen. gesehen und fürGutenbergs Werk gehalten zu haben, ebenso Holzbuchstaben; ausser-dem ist er in den Besitz einer Originalurkunde gekommen, welchesich auf einen Rechtsstreit zwischen Gutenberg und Fust bezieht.Diese Urkunde ist noch gegenwärtig in der Universitätsbibliothek zuGöttingen vorhanden, und Herr Dziatzko hat sie in seinen »Beiträgenzur Gutenbergfrage« (Sammlung bibliothekarischer Arbeiten, 2. Heft,Berlin 1889) in Lichtdruck veröffentlicht; Joh. Fr. Faust jun. hat sichjedoch erlaubt, die Namen Gutenberg und Fust zu verwechseln, einBeweis, wie wenig genau man es damals mit der Wahrheit nahm; undwenn man auch nicht annehmen mag, dass Joh. Fr. Faust sen. oderjun. diese Urkunde selbst erzeugten, so ist doch immerhin möglich,dass dem nach Verwandtschaftsbeweisen so lüsternen Joh. Fr. Faust sen.ein Schriftstück angehängt werden konnte, welches seinen Wünschen

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