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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Durchlöcherte Buchstaben.

Thatsache ist, dass die beiden Ablassbriefe aus dem Jahre 1454/5keineUeberlegenheit der Technik auf der einen oder anderenSeite zeigen, und auch die späteren Mainzer Drucke lassen keinenFortschritt der Buchdruckerkunst erkennen; erst 1470 trat NikolausJenson in Venedig mit Typen auf, welche durch die Feinheit der Zügeund durch die Gleichmässigkeit der Buchstaben eine Verbesserung derTechnik bekunden. Man vergleiche mit der Antiqua der Mentel-bibel die Antiqua des Jenson in Nr. 25 und 26.

Die S. 47 gegebene Abbildung der Schriftgiesserei durch JostAmann lässt ein von dem jetzigen Handgusswerkzeug ganz verschie-denes Werkzeug entdecken, welches die Gestalt einer Büchse hat;ein Zufall hat auch die Gestalt eines Buchstabens des fünfzehnten

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Nr. 27. Eine abgedruckte Type. (Nach Madden.)

Jahrhunderts abgebildet. Der gelehrte Madden entdeckte einen Druck(Johann Niders » Leprae morales «, gedruckt von Conrad Homborchum 1476 in Cöln), in welchem auf einer Seite ein Buchstabe vom ein-schwärzenden Druckerballen herausgezogen und auf die Schrift zuliegen gekommen war, wo er mit abgedruckt wurde.

Man sieht in diesem Buchstaben ein rundes Loch, welches vonUnverständigen für eine Signatur, d. h. für ein Zeichen gehalten wird,an welchem der Schriftsetzer erkennt, ob er den Buchstaben richtigoder verkehrt ergriffen hat. Solche Signaturen befinden sich gegenwärtigals Kerben an der Schmalseite der Typen. Der hier abgedruckte Buch-stabe ist jedoch so dünn, dass er das Papier nur in sehr geringer Um-gebung gehindert hat, die übrigen Buchstaben abzudrucken; bei dieserDünne des Buchstabens ist eine gegossene Aushöhlung so unmöglich,