Die ältesten gedruckten Bibeln.
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um dieselbe in vier Wochen zu rubricieren, musste der Rubricator, dieWoche zu sechs Arbeitstagen gerechnet, täglich 36 Blätter mit buntenAnfangsbuchstaben versehen, was immerhin eine ganz genügendeLeistung ist.
Meinte man vielleicht, dass jemand die Bibel in Patronen aus-geschnitten gehabt hätte, dann musste er, den Tag zu zwölf Arbeits-stunden gerechnet, in der Stunde drei Blätter oder sechs Seiten, d. i.216 doppelspaltige Zeilen, auspinseln, das ist aber eine fast unmög-liche Leistung.
Es gibt zwei Bibeln, welche als die ältesten gedruckten Büchergelten: die bereits erwähnte mit 36 zweispaltigen Zeilen, entwederin drei Bänden zu 266, 320 und 296 oder in zwei Bänden zu 446 und436, zusammen in 882 Blättern, und eine Bibel mit 42 zweispaltigenZeilen, in zwei Bänden zu 324 und 317, zusammen in 641 Blättern,wohl auch mit einem vierblätterigen Register, sonach in 645 Blättern.Einige Exemplare der 42 zeiligen Bibel haben auf den ersten achtSeiten nur 40 Zeilen, auf der neunten 41 und erst von der zehntenan 42. Es ist hier ebenso wie bei der 36 zeiligen Bibel eine Vergrösse-rung der Auflage von der 10.Seite an eingetreten, so dass ein Nachdruckder ersten 9 Seiten nothwendig wurde. Jedenfalls sind die Exemplaremit 40 Zeilen der ältere Druck; man gedachte an Papier zu ersparen,wenn die Zeilen enger aneinander gerückt würden, indem man denZwischenraum aus diesen (der vor den erst im jetzigen Jahrhundertaufgekommenen Bleiregletten und Durchschussstücken aus dünnenHolzspänen oder aus Pergamentstreifen bestand) entfernte, zuerst theil-weise in der Mitte der neunten Seite, dann in allen Seiten; der Nach-druck wurde in gleicher Weise mit 42 Zeilen gesetzt, wie die übrigenSeiten des Buches. Beide Bibeln tragen keine Unterschrift, somit keineAngabe, wann, wo und von wem sie gedruckt wurden. Ein rubriciertesExemplar der 36 zeiligen Bibel, welches sich in Paris befindet, enthältdie vom Rubricator eingeschriebene Jahreszahl 1461, im Jahre 1460wurden schon einzelne Blätter dieser Bibel als Maculatur verwendet;ein Exemplar der 42 zeiligen Bibel weist die vom Vicar des MainzerCollegiatstiftes zu St. Stefan, Heinrich Cremer, als Rubricator einge-schriebenen Daten 15. August und 24. August 1456 auf.