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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Missaltypen.

II

und unten über die Grösse der anderen Buchstaben hinausragen unddie unteren Buchstaben tiefer drücken; ebenso würde ein Buchstabe,welcher tiefer steht als die anderen, auf den unter ihm stehenden Buch-staben drücken und natürlich bildet die Vereinigung aller rechteckigenTypen eine rechteckige Seite. Hier in diesem Donat ist die ganze Geo-metrie umgeworfen, die ganze Seite steht nicht im Winkel, die einzelnenBuchstaben noch weniger und diese sind ausserdem von ungleicherBreite. Es bleibt somit die Annahme übrig, dass die Buchstaben mitPatronen aufgepinselt und auf der Holztafel ausgeschnitten sind. Fehltezu Donatus minor i und 3 die Patrone für das oder ^f, oder war eineVerwechslung geschehen, so erklärt sich die verschiedene Grösse. Dassdie Donate nicht aus derselben Druckerei hervorgegangen sind, beweistdie Verschiedenheit der Versalien.

Nun entsteht die Frage: Warum wurden die Donate unddie ersten Bibeln mit Missaltypen gedruckt? Wahrscheinlichwar das Vorbild der ersten gedruckten Bibel ein für das Vorlesen derEvangelien bestimmtes Buch, welches wie alle Kirchenbücher grossgeschrieben war, um auch von den Augen älterer Priester und in dennur von Wachskerzen erhellten Kirchen besser gelesen werden zukönnen, und wahrscheinlich wollte man die Schüler durch die Missal-typen der Donate besser an das spätere Lesen der Kirchenbücher ge-wöhnen, auch noch zu einer Zeit, wo die Bücher mit kleinen Typengedruckt wurden. Nur so erklärt sich das Vorkommen dieser Donate mitMissaltypen zu Ende des XV. Jahrhunderts, denn es gab auch Donatemit kleinen Typen, welche man zu jener Zeit wohl als »moderne« be-trachtete. Da die Missaltypen zu Ende des XV. Jahrhunderts weniggebraucht wurden, so lohnte es sich nicht, Stahlstempel und Matrizenanzufertigen, um aus ihnen Typen zu giessen; die 18 bis 32 Holztafeln,welche zu einem Donat gehörten, boten den erwähnten Vortheil unsererStereotypplatten, sie wurden bis zum nächsten Druck aufgehoben, undso dürfte sich das Vorkommen von Holztafeln aus dem Endedes XV. Jahrhunderts erklären.

Nach der Behauptung eines Zeitgenossen, des Doctors der Philo-sophie Paulus Paulirinus, früher Paulus von Prag genannt, von welchemsich ein handschriftliches Sammelwerk in der Krakauer Universitäts-