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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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schaft seines Onkels Lütfried vor Beendigung des darüberschwebenden Prozesses sich nicht flüssig machen liess. *) Esist leider nicht möglich, Waldmanns Stellungnahme zum Mötteli-handel klar zu überblicken. Der klägliche Ausgang des Hohen-burgischen Geschäftes mag ihn zur Vorsicht gemahnt haben,sich in solche verdächtige Händel öffentlich einzumischen. Seinim geheimen auf die Entwicklung der Dinge ausgeübter Ein-fluss ist sicher nicht zu unterschätzen; ich kann mich desEindrucks kaum erwehren, dass die Unterwaldner Staatsmännerim Möttelihandel nur die Werkzeuge des Zürcher Bürger-meisters waren.

Indessen hofften die Eidgenossen von dem ErscheinenKaiser Friedrichs in den oberdeutschen Landen, wohin er mitHilfsbegehren gegen den Ungarnkönig, der ihm seine Haupt-stadt eingenommen hatte, 2 ) gekommen war, eine günstige Wen-dung der Verhältnisse. Die Tagsatzung glaubte am 5. Juli, eswäre thunlich, eine Gesandtschaft nach Innsbruck zu senden,wo seine Majestät sich gegenwärtig aufhalte und setzte zunäherer Beratung dieses Planes auf den 26. Juli eine Sitzungnach Luzern an. 3 ) Daselbst wurde der Unterwaldner GesandteHeinrich Heiden beauftragt, zu Hause zu berichten: wennMötteli die Kosten tragen wolle, so werde man eine Botschaftan den Kaiser oder an den Herzog senden, besonders auch,um zu erfahren, was des Herzogs Gesandte seiner Zeit beimKaiser ausgerichtet hätten. Weil schon auf dem vorigen Tagezu Schaffhausen Klagen über Gefährdung des Verkehrs infolgeder Lindauer Fehde, eingegangen, so wurden Hans von Landen-berg und andere Freunde Möttelis ermahnt, gegen die Salz-transporte von Lindau nichts Feindseliges vorzunehmen, sonderndieselben ungehindert, nach Stein, Diessenhofen und Schaffhausen

') Beilage vom 27. April 1495.

2 ) Am 1. Juni 1485 war Mathias Corvinus, nach viermonatlicher Be-lagerung, siegreich in Wien eingezogen.

3 ) „ob man hin in zu der k. m l deßglich herrn von Oesterrich schickenvnd das von allen orten oder dem halbteil tun welle." Vgl. Amtl. Samml.III, 1, S. 215, No. 241 n.