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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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so warm angenommen, zu verzichten. Das mussten auchdie Unterwaldner einsehen und kümmerten sich nicht umsein Schreiben. Bei der grossen und gerechten Erbitterungder Lindauer über die Gefangenhaltung ihrer Abgesandten,mochte .Jakob Mötteli fürchten, schliesslich doch noch an denKaiser ausgeliefert zu werden; er brach sein Gelübde und flohin die Freiung des Stiftes zu Lindau.*) Dort war er sicher,unter dem Schutze cler adeligen Damen, die eifersüchtig überdie Rechte ihres Gotteshauses wachten und darum mit derStadt auf gespanntem Fuss lebten. 2 ) Der Magistrat durfte nichtschlechterdings wagen, den Flüchtling aus dem Asyl heraus-zuholen.

Da wandten sich die Bürger trotz der Reichsacht, die nochauf ihnen lag, an Kaiser Friedrich, und dieser gab ihnen am2. August die Erlaubnis, in Form eines Befehles, den Mötteliaus der Freiung zu nehmen. 3 ) Der Protest der Aebtissin ver-stummte, als ihr der Rat das kaiserliche Mandat im Originalevorwies; Jakob Mötteli wurde nun in den Turm gelegt.

Noch während seines Aufenthaltes in der Freiung hatteJakob Mötteli seinen Knecht zu Peter Andres von Aldendorfgesandt, der „von Hause aus" sein Diener war. 4 ) Dieser gab

') Die Anonyme Lindauer Chronik erzählt dieses Faktum in einemfrühern Zusammenhang und lässt beide Mötteli in die Freiung entweichen;das kaiserliche Schreiben vom 2. August giebt die* Korrektur dazu.

2 ) Berühmt ist das Bellum diplomatieum zwischen Stift und Stadt im17. Jahrhundert. Vgl. G. Meyer von Knonau in Sybels Zeitschrift 1SS2 undim Anzeiger f. Schweiz. Gesch. Bd. I, 1871, S. 134. — 1484, 26. Juli, warUrsula Vögtin von Prastbei'g Aebtissin zu Lindau.

3 ) Urkunde Kaiser Friedrichs, gegeben „zu Bibrach am anndern tagdes monats Augusti" 1485. Orig. Perg. (wo?) abgedruckt bei Trimbs loc.cit. S. 161.

4 ) Peter Andres ist wahrscheinlich aus dem Städtchen Engen im Hegaugebürtig, wo eine Vorstadt Altendorf heisst. (Fiirstenb. U.-B. VI. Register.)Keinesfalls ist er ein „Freiherr Peter Andreas von Aulendorf," wie ihn z. B.Ming stets zu bezeichnen pflegt. Er scheint mit Waldmann auf vertrautemFuss gestanden zu sein und unterhielt Beziehungen zum mailändischen Hofe,welche ihn mit Waldmann in den Verdacht brachten, bei Anlass des" Eschen-thaler Zuges der Walliser im Jahre 1486 eine verräterische Rolle gespieltzu haben. {Fiissli, Waldmann, 115, 117.) Peter Andres, der 1489 zwei Dritt-teile der Herrschaft Neuwenhausen im Hegau erworben, galt als ein treff-licher Redner am k. Kammergericht. Vgl. über ihn besonders das Fürsten-berger Urk.-B. VII, S. 70, 172, 183, 320 etc., auch die amtl. Samml. dereidg. Absch. III, 1, S. 262 und 267 und diese Arbeit im folg. Kapitel.