Mochte er selber seiner ewigen Bürgerrechtswechsel über-drüssig geworden sein, Thatsache ist, dass der unruhige Mann,als er 1475 sicli in der alten Reichsstadt Lindau niederliess,nur als Hintersasse daselbst aufgenommen wurde. 1 )
') „An St. Bartolomei Abend haben Bürgermeister und Rat allhieRudolffen von Rappenstein (sie) genannt Mötelin vnd seinen Erben die neg-sten sechs Jahr lang den Beisitz alhie vmb ein gebierend gelt zu gebenbewilligt, alfi Hans Oeler vnd Jakob von Stain Bürgermeister waren, vi'sein Mötelins bitten aber ist Er frey gesetzt worden, doch das Er und dieseinigen sich bürgerlich halten sollen. Anonyme Lindauer Chronik von 1600.Seite 339/340. Stadtbibl. Lindau.
Mötteli erwarb auch kein eigenes Haus in Lindau. 1477. 1. Dezember,(secunda post Andree) führt er einen Prozess gegen Kaspar Täller, der dasHaus gekauft hatte, in welchem Mötteli als Mieter sass, und dessen Räu-mung er nun verlangte. Der Lindauer Rat entschied zu gunsten Möttelis:er solle bei dem „gedingt" des Hauses bleiben. Stdt.-A. Lindau, Rats-prot. I. Im gleichen Jahre kaufte er dagegen einen Weingarten in derOberinsel zu Lindau um 130 Rh. Gulden von Frau Ursula Hainzlin. Jakobsvon Tettikofen Witwe und ihrem Sohne Hermann. Anonyme LindauerGeschlechtsregister, Art. Rappenstein, gen. Mötteli. — Heinrich von Tetti-kofen genehmigte 14-78 nach seiner Rückkehr aus der Fremde den vonMutter und Bruder abgeschlossenen Verkauf. Bensheims Geschlechtsregister,Art. Tettikofen. Es ist dies, so weit bekannt, die einzige Bodenerwerbungin Lindau durch Rudolf Mötteli. — Nach der Ueberlieferung der LindauerHerrenstube zum Sünffzen gehörten die Mötteli (wohl als Gäste!) derselbenan, und ihr Wappen fand denn auch in einem 1730 bei Anlass der Reforma-tionsfeier erschienenen Wappenheft der Gesellschaft und auf einer gleich-zeitig geprägten Medaille Aufnahme. Eine Medaille bewahrt die historischeSammlung zu Lindau. Vgl. was darüber Primbs loc. cit. S. 157 sagt.