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Mötteli in die vom Rappenstein auf ganz ähnliche Weise vorsich gegangen, wie die der Zigerli in die von Ringgoltingen. 1 )Zwanzig Jahre lang blieb der Name „vom Rappenstein"ausschliesslich der Roggwiler Linie eigen, alsdann nahmen ihnalle Familienglieder an. 2 )
*) Bereits am Anfang unserer Arbeit wurde darauf hingewiesen, dassdie spätem anonymen Lindauer Geschlechtsregister die Mötteli von einerfränkischen Grafenfamilie von Rabenstein herleiten. — Es ist nicht unwahr-scheinlich, dass diese Notiz auf Familienangaben fusst. Bekanntlich habendie Ringgoltingen eine grossartige Fälschung ihres Stammbaumes vorge-nommen und diese offiziell vidimieren lassen. Es ist dies wohl das ältesteBeispiel einer solchen bewussten Fälschung, wie sie dann im 16. u. 17. Jahr-hundert hei uns häufig wurden. Wir brauchen nur an die Tschudi unddie Zurlauben zu erinnern.
Adelige und bürgerliche Rappenstein (Rabenstein) gab es übrigensauch anderwärts; an einen Zusammenhang derselben mit den Mötteli istaber gar nicht zu denken. — So betrachtete die Benediktinerabtei Elchingenim bayrischen Amtsgericht Neu-Ulm als ihren zweiten Stifter (nach 1160)einen schwäbischen Grafen Albrecht von Ravenstein. ( Zeitschrift für Bayern,
2, 1817. S. 129 ff. 257 ff. Bavaria II. 2. S. 1144.) Ein „Berengarius deRabensten, homo libere conditionis et ingenuus" veräussert 1214, 21. Sept.,einen Wald bei Gommersdorf an das Kloster Schönthal. Im Siegel nennter sich „de Ravenstene"; sein Wappen ist quergeteilt und zeigt in der obernHälfte einen Raben, in der untern drei Reihen Spitzen. Wirtemb. U.-B.III, 10, No. 561.
Ein Procop von Rabenstein ist kaiserlicher Rat und erhält am 20. März1452 mit seinem Bruder Johann von Kaiser Friedrich ein Wappen (gelb-weiss quergeteilter Löwe in rotem Schild). Chmel, Materialien z. österr.Geschichte II, S. 1.
Von einem bürgerlichen Geschlecht Rappenstein, das schon 1442 inLuzern vorkommt, leitet die Luzerner Familie Mohr ihren Ursprung her.(Vgl. Liebenau, Das alte Luzern, S. 153.) Wahrscheinlich im Zusammen-hang mit diesen Luzernern stehen die Rappenstein in Zug. ( Geschichtsfrd,23, 328.)
2 ) Auch hier fehlt jede Spur eines Diploms; es war anscheinend einedurchaus willkürliche Usurpation des Namens.
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