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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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Auch „Der Möttelihandel" des kgl. ReichsarchivsassessorPrirnbs im XIII. Hefte der „Schriften des Vereins für Geschichtedes Bodensee's" kann einigermassen den tendenziösen Arbeitenbeigezählt werden. Da er die schweizerischen Quellen voll-ständig ignoriert und fast ausschliesslich aus den Lindauer Stadt-chroniken schöpft, vertritt er einen einseitig lindauischen Stand-punkt, und da er durchaus nirgends seine Quellen citiert, glaubeich auch der Pflicht enthoben zu sein, seine abweichendenAnsichten berücksichtigen zu müssen.

Familienverhältnisse und zum Teil weit zurückliegendeProzesse der Mötteli, die auf den Möttelihandel einwirkten,nötigten mich, diesen nachzugehen, und der so gewonneneEinblick in ein weitschichtiges äusserst interessantes Materialliess in mir den Wunsch aufkommen, den ursprünglichen Rah-men meiner Arbeit zum vorliegenden Versuch einer Familien-geschichte der Mötteli zu erweitern.

Dass meine Darstellung wirklich nicht mehr ist als einVersuch, kann und will ich nicht verhehlen. Das Quellen-material über diese schweizerischen Rothschilde ist so unge-mein reichhaltig und so weit zerstreut, dass sich eine Voll-ständigkeit auch nicht annähernd erreichen liess. Deutscheund österreichische Archive, besonders das Reichsarchiv inMünchen, müssten noch manches bieten. Bei Friedrichshafenbin ich auf meiner Archivreise am Bodensee vorbeigefahren,weil mir damals die Beziehungen der Mötteli zur alten freienReichsstadt Buchhorn noch unbekannt waren. Selbst schwei-zerische Archive, in denen sich Mötteli-Urkunden vermutenlassen, vor allem das thurgauische Staatsarchiv und das Stadt-archiv zu Arbon, musste ich bei Seite liegen lassen, w r eil dieseAbhandlung längst für den vorliegenden Band des „Geschichts-freund" bestimmt war und um so dringender den Abschlussforderte, als dieser Band des Festjahres wegen etwas vorzeitigerscheinen sollte.

Immerhin haben mir das Luzerner und das Zürcher Staats-archiv und besonders Stadt- und Stiftsarchiv in St. Gallen soungemein reichen Stoff geliefert, dass ich fest überzeugt bin,dass auch nachträgliche archivalische Funde die Resultatemeiner Arbeit nicht wesentlich verändern können. Und wennich auch in Lindau nicht fand, was ich vermutete, wenn sich