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Grafen Gerhard und seiner Gcnialin Margaretha, deren lebens-große Bilder eine fleißige Meißelarbcit. Ter Graf in vollerRüstung ohne Helm, die Gräfin im damaligen Schmucke deutscherFrauen^ wobei sogar des Schlüsselbundes am Gürtel nicht verges-sen ist. Die Füße ruhen auf den Sinnbildern der Tapferkeit undTreue. Das ganze vom Einstürze nur wenig beschädigte Grab-mal ist 12 Fuß lang, 7 F. breit und 3'/z F. hoch. Auch hiersind Wappen und Gedächtnißtafeln weggenommen. Das Epita-phium des am 24. Juni 1359 auf dem Turnier zu Schleidengefallenen Grafen, der ein Erbprinz von Jülich durch Heiratbmit Margaretha von Berg die Negierung des Landes erhielt, istin ähnlicher Weise wie das obige Adolfische abgefaßt, in ganz bar-barischen vielreimigen Heramctcrn, weshalb hier nur eine Ver-deutschung den Inhalt angeben mag:
„Im Jahr der Menschwerdung Christi Eintausend dreihundert neun undfünfzig am 24. Tage des Brachmonats ereignete sich dieser Traucrfall:Tapfres Berge, was sollst du jetzt beginnen? Er hochberühmt unter denSterbliche», Er die Ehre der Nachwelt, in der Biüthc der Jugend ein Heldvon großer Tapferkeit getreu, bieder und unverzagten Muthcs — Erder weltberühmte Ritter, der hochgebornc Graf von Berge, und nach demRechte der Erstgeburt Erbe des Jülicherlandcs, Gerhard mit Namen, derkühner noch als Richard Löwenherz, eine Blume des Rilterlhums und schnellim Waffenspicl — der edle Löwe stürzte und starb eines kläglichen Todes;ein trauriges Loos traf die Schaar seiner Getreuen. Bewohner des Bergi-schen Landes, gerecht ist eure Trauer um ihn."
Brabant, du gabst die Ursache unseres Schmerzes. Als Gottes Zorn dortWaffengetümmcl erweckte, nahcte schlimme Botschaft: eine umherschweifendeKctzerbandc, von der Niemand weiß, von woher sie gekommen, wovon aberschon längst gewahrsagt war, erhob und verbreitete sich immer weiter; alleLande hätte sie verdorben, wenn man nicht mit Macht gesteuert hätte. Städtewurden verwüstet, beraubt und entvölkert, die Hciligthümer entweiht, zerstörtund für Nichts geachtet. Nach kurzem Rathschlag wurde das tapfre Vergl-iche Volk zum Beistande gerufen, und durch seine schnelle Hülfe wurden dieUnheilstifter vertrieben. Auf der Heimkehr aber wurde der sicgrieche edleGraf erschlagen, woraus uns Schmerz und Trauer erwachsen. Er unsreHoffnung sank und unser Heil ging unter.
„Sprich, ich bitte, sage mir, wohin ist der Erlauchte geschieden, von dessenRuhme lausende Lieder ertönten?"
„Der Tod hätte ihn, der von der Mutter her sich Königlichen Stammesrühmte, billig schonen sollen, denn weltbekannt ist seine Milde, die er den Be-zwungenen angcdcihcn ließ, welche die Härte verwirkt hatten. Westphale duweißt es und Dir, Brabant, ist es bekannt, das er, obwohl es die Wiegedes Feindes, verschonte. Verborgen liegt er, ei» Todter, den Würmern zumRaube:c."
Die eigentliche Grabhalle der Bergischcn Landesherren war dassogenannte Herzogenchor, der nördliche Kreuzflügcl des Domes,
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