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Altenberg im Dhünthale : Festbeitrag zur Eröffnungsfeier des durch Seine Majestät unsern König wiederhergestellten Bergischen Domes
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Verdeutscht:In der ergötzlichen Zeit, als lieblich blühte der Lenz und dieStimme der licdcrrcichcn Nachtigall überall erklang, erfüllte der Sturmder Wüste das Land und schlug es mit klaglichem Aufruhr. Auf! stimmtAlle die Todtcnklage an! Der Abt des Bcrgischcn Klosters fehle nichtbei dem Leichcngepra'nge, er stehe ihm vor» Die Klage breche hervor undLeid umfange das Gemüth! Heiser werde jeder Laut, Eulenstimme gebeden Ton zum Todtensange. Jedes Geschöpf senke winselnd den Nacken,Alles seufze über die Herrschaft des Todes. Wehe! mich bestürmt heftigschon die bittre Klage.Daß hier Nichts Bestand hat," mag man wohllaut ausrufen. Ach! Leider! Weh Dir Ritterthum und Minne! Deredle Graf, Adolf vom Berge genannt, die Blüthe der Jugend, des AltersStütze, das Licht der Völker, der schöne Edelstein, der vielgepriesene Ge-fährte der Helden, schön an Gestalt, reich an Tugend, Liebe und Ehren,ein Muster der Sitten, ein Schild der Frömmigkeit, untadclichcn Rufes,Allen thcucr, mit dem Namen des Ehrwürdigen geschmückt, scharfsichtigin Allem, ein weiser Held und freigebiger Mann, dessen immer gefüllteHand Nahe und Entfernte reich beschenkte, wie selbst erlauchte Fürsten be-zeugen Ach! er ist todt! es cntstürzcn tausende Thranen in dem An-blicke des Grabmals, das ihn verbirgt, nackt, dem Wurme gleich, waffen-los, der Verwesung anHeim gefallen, liegt er, der jüngst noch auf seinenBurgen gleich einem Stern in Schönheit gcstrahlct. Durch dein Erbar-men sei, Christus, seiner eingedenk!

Wo ist jetzt Seinesgleichen? Wer soll sein Erbe verwalten, wer seinSchwert führen und den heil. Orden beschirmen? Wer soll Führer seindurch Wirrnisse, wer der Liebling dieser Tage und Friedensfürst? Wersoll des Landes Wohlstand hinfort durch Frieden erhalten?

Doch, auf daß ich kurz die Frage der Zeit schließe: wer soll jetzt sichbewähren als König jeglicher Tugend, wie jener fromme HochgeborneGraf vom Berge, welcher das Land ohne Kricgsgcwirre beherrschte, sodaß Seinesgleichen an Milde nicht zu finden.

Freue dich Adolf! die Brüder vom Altenberge flehen andächtig zu Gottfür Dich, den sie nicht als ihren Grasen und Herrn, sondern als lieb-reichen Vater betrauern und Nacht und Tag für ihn beten. Nun lebewohl Erlauchter! strahlend unter Erwählten ihnen ein trauter Gefährtemit dem verdienten Lichte erhellt, erfreue Dich des Tugendlohnes!

Zwischen den nördlichen Cborpfcilern befindet sich das ähnlichgestaltete Grab des im I. lZM als Mönch hier gestorbenen Erz-iiscbofs Bruno, cineS Grafen von Berg, dessen Bild eben,so inStein gehauen in bischöflichem Ornate früher bemalt war. Östlichhiervon, dem Hochaltare zunächst liegt das schöne Mausoleum des