Druckschrift 
Altenberg im Dhünthale : Festbeitrag zur Eröffnungsfeier des durch Seine Majestät unsern König wiederhergestellten Bergischen Domes
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

LI

blübte der Rcichthum des Klosters iinmer mehr empor. Für diein der Kirche beerdigten Fürsten wurden schöne Grabmäler gebautund Seelenmessen gestiftet. Die früher in der Marcuskapelle undin der Sakristei beigesetzten Neste der Landesfürsten wurden indas sogenannte Herzogcnchor übertragen. Abt Ludwig, ein welter-fahrner Mann, führte während der Minderjährigkeit des GrafenWilhelm kl. und unter Gerhard 16 Jahre lang die Regierungund förderte des Klosters Wohlstand. Pilgrin kaufte am IN De-zember 1363 den Frohuhof zu Solingen mit vielen Gerechtsamenund den Höfen Gunrath, Höhschcid u. A. für 3856 Gulden vonGräfin Margaretha von Berg.Ein Erdbeben beschädigte 1318die Gebäude, doch unter den Abteu Johann von «schalverburg(gest. 1386), Andreas von Monheim (1388) und Johann vonHaucnberg (1426) wurde das Schiff der Kirche in heutiger Aus-dehnung vollendet. Der Bischof Wichbold von Kulm, ein Kölnervon Geburt, der sein BiSthum in Preußen wegen Streitigkeitenverlassen hatte, trat als Mönch in's Kloster, und verwandte seinbedeutendes Vermögen zu diesem Ausbaue. Auch schenkte er deinKonvent sein Haus in Köln, den sogenannten Altenbergerhof aufder St. Johannisstraße, jetzt eine Kaserne. Mit der Verwendungvon 4676 Goldgulden war das Langschiff in seiner jetzigen Aus-dehnung vollendet, und wurde am 28. Juni 1376 eingeweiht.Der Baumeister Ncinold fertigte auch die Glasmalerei derFenster, wovon das westliche allein 460 Goldgulden gekostet.Wichbold starb am 2l. Juni 1368, und es wurde ihm im Choreder Kirche ein schönes Grabmal errichtet. Er selber hatte sich imKonvent ein freundliches Andenken durch Stiftung einer außer-ordentlichen Weinportion verschafft, die an sieben Tagen vor Weih-nachten den Mönchen gereicht wurde. Abt Johann stiftete die Al-tenbergcr Gottestracht, zu welcher am Bernhardstage alle Nachbar-gemcinden mit Kreuz und Fahnen in feierlicher Prozession in'sKloster zogen.

Unter den folgenden Äbten Heinrich von Werden (gest. 1436),Johann Rente (1446), Johann Rödckoven (1462) und Jobannvon Schlebusch (1467) sank die Klosterzucht so sehr, daß die Mön-che au damaligen Fehden der Ritter Theil nahmen. Letzterer warder Welthandel mehr bedacht, als des ordenSgcmäßen Lebens.Das Generalkapitel entsetzte ihn deshalb, machte ihn zum Nonnen-bcichtvater im Kloster Liebesbcrg, und reformirte den Konvent, derunter Arnold von Munkendam (14671460) wieder zur heiligenStrenge zurückgeführt wurde. Statt der außer Brauch gekomme-nen Feldarbeiten hielt Arnold die Mönche zur GeistcSbeschäftigungan, und bereicherte die Bibliothek. In der Kirche verewigte diesergelehrte Mann sein Andenken durch den Bau des schönen Sacra-mentöhäuöleins an der Nordseite des Altars, und errichtete das